Social Media Recruiting in Krisenzeiten

Social Media Recruiting ist eine großartige Maßnahme gegen den Fachkräftemangel. Wie sieht es aber in Krisenzeiten aus? Darf bzw. soll man auf Social Media auch präsent sein, wenn gerade Einstellungsstopp herrscht, Ausnahmesituationen wie das Coronavirus zu Kurzarbeit/Kündigungen führen oder man schlichtweg gerade keine Jobs zu besetzen hat?

Genau diese Frage hat mir eine Teilnehmerin in einem Workshop gestellt. Und wer hätte ahnen können, dass sie nun aktueller denn je ist? Ich habe eine kurze Antwort schon vor längerer Zeit für meinen YouTube Kanal Recruiting TV aufgenommen:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Hätte ich geahnt, dass das Thema höchst relevant wird, hätte ich ein wenig ausführlicher geantwortet. Aber keine Sorge, ich habe noch ein paar mehr Argumente für dich:

  1. Du kannst Social Media immer nützen, um dein Unternehmen als Arbeitgeber zu positionieren. Das funktioniert auf jeder Plattform und unabhängig davon, ob du gerade Jobs zu vergeben hast oder nicht. Don Draper, die Hauptfigur einer meiner absolut liebsten Serien Mad Men (wenn du meinen Newsletter schon länger abonniert hast, kannst du dich vielleicht an das Foto erinnern), bringt es auf den Punkt: „There will be fat years and there will be lean years, but it is going to rain.“
    Don Draper
  2. In der Werbung geht es darum, Produkte in die Wahrnehmung der Konsumentinnen zu bringen, egal ob sie diese jetzt gerade unbedingt brauchen oder nicht. Genau gleich verhält es sich bei deiner Positionierung als Arbeitgeber: Die findet immer statt, egal ob, welche und wie viele Jobs du zu besetzen hast.
  3. Die Social Media Nutzung steigt gerade in Krisenzeiten enorm. Soziale Netzwerke dienen in erster Linien der Information und Unterhaltung. Menschen wollen sich einerseits über aktuelle Entwicklungen informieren, suchen andererseits Ablenkung und Social Distancing funktioniert nun mal über Social Media hervorragend. Unsere Facebook Gruppe HR Austria hat in den letzten zwei Wochen deutlich mehr neue Mitglieder gewonnen, als seit der Gründung, und die Interaktionsrate ist in einem Monat um 46 % gestiegen.

Menschen beobachten sehr genau, wie sich Unternehmen in Krisenzeiten verhalten. Sei es aus Kundinnensicht oder aus der Perspektive von Arbeitnehmerinnen. Es werden schon Rufe laut, Unternehmen, die Mitarbeiterinnen kündigen, entsprechend auf kununu zu bewerten. Ich möchte damit nicht ausdrücken, dass man jetzt aus Angst vor schlechten Bewertungen nicht mehr unternehmerisch handelt, aber der Umgang mit Mitarbeiterinnen und auch Bewerberinnen steht mehr im Fokus der Aufmerksamkeit denn je. Damit du einfach und schnell kommunizieren kannst, habe ich einen Leitfaden für Krisenkommunikation für HR entwickelt, du kannst ihn kostenfrei und ohne Registrierung downloaden. Du findest da auch gleich ein paar Textvorlagen, die du nur ein wenig adaptieren musst und dann einfach verwenden kannst.

Bitte mach jetzt nicht den Fehler und höre auf, auf Social Media präsent zu sein. Ich folge natürlich berufsbedingt vielen Karriereseiten, zum Beispiel auf Facebook und bei Postings wie diesen blutet mir das HR und Social Media Herz:

„Neben der Schließung unserer Verkaufshäuser werden auch unsere Unternehmenszentralen… vorübergehend auf Minimalbetrieb reduziert. Aus diesem Grund stellen wir unsere Kommunikationstätigkeiten auf unseren Online Kanälen vorübergehend still. Sobald wir wieder da sind, versorgen wir euch wie gewohnt mit News zu allen Karrierethemen.“

Mach das nicht! Sei da, sei präsent, kommuniziere.

Die Kommunikation auf Social Media ist wichtig: nämlich gleichermaßen für Kundinnen, Mitarbeiterinnen und für alle, die jetzt oder in nächster Zeit auf Jobsuche sind.

Social Media Recruiting ist eine strategische und mittel- bis langfristig wirksame Maßnahme. Wenn du das nicht vergisst und dann noch an Don denkst – wird Recruiting für dich wieder einfach.

#StaySafe

Claudia

PS: Nächste Woche geht es (voraussichtlich) um Tools und Methoden, die dich im Recruiting produktiver machen. Das möchtest du nicht verpassen? Werde jetzt gleich Recruiting-Insider und du erhältst einmal im Monat alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt in dein Postfach – damit Recruiting für dich wieder einfach wird.

HR: richtig kommunizieren in der Krise

Kurzarbeit, Home-Office, Produktionsstopps  das Coronavirus verlangt auch HR gerade so einiges ab. Gefragt sind nun Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit und Krisenmanagement. Diese stehen leider bei den meisten Aus- und Weiterbildungen für Personalmanagement nicht auf der Agenda. Deshalb habe ich einen Leitfaden vorbereitet, der dich in den nächsten Tagen beim Kommunizieren tatkräftig unterstützt. Dieser Blogbeitrag ist Teil der Blogparade: Wie HR in der Corona-Krise Staat und Gesellschaft unterstützen kann, initiiert von Stefan Scheller, Persoblogger.

Dieser Leitfaden hilft dir in folgenden Situationen: 

  • Kommunikation mit Mitarbeiterinnen 
  • Kommunikation mit Bewerberinnen 
  • Kommunikation in Social Media 

und enthält zahlreiche allgemeine Kommunikationstipps inklusive Textvorlagen! 

Wenn du den Leitfaden lieber ausdrucken möchtest, kannst du ihn hier (kostenfrei und ohne Registrierung) downloaden. 

Eines vorweg: Du kannst derzeit nicht zu viel kommunizieren. Kommunikation hat immer ein Ziel, aktuell steht Information an oberster Stelle. In Krisenzeiten wird unser Bedürfnis nach Sicherheit massiv auf die Probe gestellt. Die richtigen Kommunikationsmaßnahmen können dazu beitragen, hier positiv einzuwirken.  

Kommunikation mit deinen Mitarbeiterinnen hat oberste Priorität.

Kommuniziere zumindest einmal täglich mit deinen Mitarbeiterinnen und nütze dazu alle verfügbaren Kanäle: Intranet, Slack, Teams, Mail, SMS oder auch WhatsApp. Vergewissere dich, dass alle Mitarbeiterinnen Zugang zu den relevanten Kanälen haben. Übermittle die Informationen überall, mehr hilft in diesem Fall mehr. 

Informiere in einfachen, klaren Worten über relevante Inhalte. Verwende positive oder neutrale Begriffe, vermeide Fachbegriffe oder unklare FormulierungenWas relevant ist, weißt du ganz schnell, wenn du dir einen Überblick über alle Fragen, die dir in den letzten Tagen gestellt worden sind, machst. Sag Danke  so oft es geht und vor allem ganz gezielt all jenen Mitarbeiterinnen, die mithelfen, die Systeme aufrechtzuerhalten. Auch allen, die nun unter geänderten Bedingungen weiterarbeiten, darfst du dafür einmal deinen Dank aussprechen. 

Es kann sein, dass du auch schlechte Nachrichten vermitteln musst. Mach das respektvoll, aber klar und transparent. Verweise auf Alternativen und schick auch eine Info aus, wenn du jetzt noch nicht genau weißt, wie es weitergeht. Das erspart dir zahlreiche Antworten auf einzelne Fragen.  

Erstelle am besten auch eine „Automatische Antwort, in der du direkt auf die drei meist gestellten Fragen antwortest und auf eine weitere Informationsquelle – wie zum Beispiel das Intranet verweist.  

Du wirst merken, dass trotz der besten Kommunikationsstrategie Fragen auftauchen. Lass die Antworten direkt in deine nächste Kommunikation einfließen. Beantworte trotzdem jede Frage deiner Mitarbeiterinnen. Natürlich kannst du auf bereits vorhandene Informationen (zum Beispiel im Intranet) hinweisen. Erstelle dir Vorlagen und verwende diese. Du kannst, wenn du das möchtest, auch ein kurzes Video aufnehmen und dies versenden. 

Vergiss nicht auf die Kommunikation mit Bewerberinnen. 

Nimm alle Jobinserate für Funktionen, die nicht unmittelbar jetzt besetzt werden müssen, offline. Auch alle, von denen du nicht weißt, ob sie künftig tatsächlich noch besetzt werden sollen. Maßnahmen wie Kurzarbeit und vor allem die Unsicherheit, ob man den Job behalten wird, führen dazu, dass die Anzahl der Bewerbungen zunehmen wirdDie Google Suchanfragen nach den Schlagwörtern „Bewerbung“ und „AMS Jobroom“ steigen bereits signifikant. Auch wenn du derzeit keine Kapazitäten hastum Bewerbungen zu bearbeiten, ist es besser, die Inserate dazu vorläufig offline zu nehmen. Vergiss nicht auf diverse Jobportale, Jobbörsen, Ads auf Social Media. 

Bitte informiere die Bewerberinnen schnellstmöglich, wenn Jobs nun nicht besetzt werden oder du schlicht und einfach nicht weißt, wie es weitergeht. Ich habe hier zwei Textvorlagen für dich, die du ganz einfach verwenden kannst (bitte adaptiere sie natürlich für dich): 

Liebe Bewerberin, 

danke für Ihre Geduld! Sie können sicher verstehen, dass wir an erster Stelle damit beschäftigt waren, Sicherheitsvorkehrungen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu treffen. Aktuell ist es nicht vorhersehbar, wie sich die Situation entwickelt, deshalb kann ich Ihnen heute keine aussagekräftige Rückmeldung zu Ihrer Bewerbung geben. Sobald Klarheit herrscht, melde ich mich wieder bei Ihnen! 

In der Zwischenzeit wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie vor allem eines: Gesundheit! 

Herzliche Grüße 

oder

Liebe Bewerberin, 

danke für Ihre Geduld! Sie können sicher verstehen, dass wir an erster Stelle damit beschäftigt waren, Sicherheitsvorkehrungen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu treffen. Aufgrund der aktuellen Situation werden wir die Position, für die Sie sich beworben haben, vorläufig nicht besetzen. Es tut mir leid, dass ich gerade heute keine positiven Nachrichten für Sie habe. Hier finden Sie zahlreiche Jobmöglichkeiten von Unternehmen, die dringend Personal suchen: https://sofort.jobs.at/

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie vor allem eines: Gesundheit! 

Herzliche Grüße 

Kommunikation in Social Media 

Wichtige Informationen, die sich sowohl an Mitarbeiterinnen, aber auch an Kundinnen richten, sind über die sozialen Medien optimal zu transportieren.  

Hier eine Textvorlage für einen Social Media-Beitrag hinsichtlich Aufnahmestopp: 

Wichtiger Hinweis für Jobsuchende
Aufgrund der aktuellen Situation haben wir die Aufnahme neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestoppt. Wir informieren alle, die sich beworben haben, zeitnahe, wie es weitergeht. Hier finden Sie zahlreiche Jobmöglichkeiten von Unternehmen, die dringend Personal suchen: https://sofort.jobs.at/. Danke für Ihr Verständnis und #StaySafe! 

Du suchst gerade dringend Mitarbeiterinnen? 

Nütze dafür unbedingt Social Media! Mach es Jobsuchenden leicht, sich zu bewerben. Schalte möglichst alle Hürden wie Registrierung, das Ausfüllen von ewig langen Formularen etc. aus.  

Denk daran, dass der Großteil der Jobsuchenden nur über ein Smartphone verfügt. 

Nütze jetzt neben den sozialen Medien reichweitenstarke Plattformen wie sofort.jobs.at oder den AMS eJob-Room. 

Gestalte das Inserat so, dass die wichtigsten Informationen auf einen Blick sofort erkennbar sind:  

  • WAS wird gesucht und  
  • WO ist der Einsatzort (in Wien ist aktuell auch die PLZ relevant)! 

Halte dich an den Grundsatz: Progress is better then perfection! 

Ich werde diesen Leitfaden gegebenenfalls adaptieren und ergänzen. Es kann sein, dass du nun auf mehreren Kanälen davon erfährstNeben der Veröffentlichung im Blog versende ich ihn auch als Newsletter und als Information an meine Kundinnen, außerdem teile ich ihn über meine Social MediaProfile.  

Warum ich diesen Leitfaden erstellt habe, erklärt dieser Beitrag: 

Verwende auch du #TeamHRAustria – egal auf welcher Plattform und in welcher Gruppe – um schnelle Antworten auf deine Fragen zu erhalten. Teile dein Know-how und hilf mit, allen Personalverantwortlichen ihre Aufgabe zu erleichtern.  

Du bist nicht allein! Nütze unsere Facebook-Gruppe und/oder die XING-Gruppe und alle Social MediaPlattformen, auf denen du vertreten bist, mit dem #TeamHRAustria. 

Welche Frage(n) hast du aktuell, wo benötigst du Unterstützung? Wenn du nicht öffentlich posten möchtest, dann schreib mir einfach unter mail@claudialorber.at – ich kümmere mich darum! 

Teile bitte diesen Beitrag, damit möglichst viele HR-Verantwortliche vom Leitfaden profitieren können! Wenn du ihn lieber ausdrucken möchtest, kannst du ihn hier (kostenfrei und ohne Registrierung) downloaden. 

#StaySafe
Claudia 

PS: Ich werde meine Kanäle weiterhin nützen, um die HR-Community mit Tipps und Anleitungen zu unterstützen. Du willst informiert bleiben? Dann folge mir auf Facebook, Twitter und Instagram und du verpasst keinen meiner Beiträge.

5 Tipps, um trotz Corona dein Recruiting zu optimieren

Corona hat natürlich Auswirkungen auf Recruiting. Events wie die Lange Nacht der Unternehmen, die TALENTpro oder auch der 4Jobs Day im Rahmen des Game Changer Festivals wurden bereits abgesagt. Sehr wahrscheinlich finden auch Veranstaltungen, die du für deine persönliche und fachliche Entwicklung besuchen wolltest, nicht statt. Was aber stattdessen tun? Ich habe 5 Tipps für dich, wie du die Zeit am besten nützen kannst, um dein Recruiting zu optimieren – und eine Einladung zu „Kaiserschmarren statt Weißwurst“ gibt’s obendrauf.

Tipp Nummer 1
Vergewissere dich, dass alle veröffentlichten Jobs auf deiner Karrierewebseite auch aktuell sind. Wenn nicht, raus damit, miste einfach aus.

Tipp Nummer 2
Widme dich deinen Stelleninseraten. Ist die Funktion zielgruppengerecht ausgeschrieben, ist der Text stimmig, aktuell und an die jeweilige Plattform angepasst? Entspricht auch alles den gesetzlichen Vorgaben? Jetzt ist auch ein guter Zeitpunkt, die Mobiloptimierung zu überprüfen. Das findest du mühsam und anstrengend? Ich habe hier schon ein paar Blogbeiträge für dich gesammelt, das hilft dir sicher. Und solltest du vorhaben, deine Stelleninserate von in Zukunft von „passt schon so“ auf „absolut großartig“ upzugraden, dann komm im Mai in meinen Workshop.

Tipp Nummer 3
Setze auf alternative Kommunikationsmittel. Telefoniere mit Bewerberinnen oder setze auf Videokonferenztools. Ich bin gerade dabei, unterschiedliche zu testen, die Ergebnisse liefere ich dir schon bald. Ich habe mich umgehört, einige Recruiting-Kolleginnen meinen, den Bewerberinnen macht das gar nix aus, wenn sie nicht persönlich kommen müssen. Spart übrigens Zeit, ist ein einfacher Beitrag zum Klimaschutz und somit höchst ökonomisch. Sag ich seit Jahren, aber jetzt gibt’s noch einen guten Grund dafür mehr. 😉

Tipp Nummer 4
Nimm dir Zeit, endlich all die Plattformen zu testen, die du dir schon lange vorgenommen hast. Für Bewerbungsmanagement oder Talent Relationship Management oder mobile Recruiting oder Mitarbeiterempfehlung… (oder lies einfach ein paar meiner Rezensionen – aber Achtung, die sind teilweise schon älter).

Tipp Nummer 5
Versorge dich mit Know-how, das du anschließend direkt in die Praxis umsetzen kannst. Dafür gibt es neben meinem Blog noch ein paar andere Quellen, hier zum Beispiel eine Auflistung von HR Blogs, Podcasts oder meinen YouTube Kanal Recruiting TV. Widme dich einem Recruitingbuch – mein Playbook Recruiting* erscheint erst im Mai, aber ich habe hier ein paar für dich rezensiert. Welche Fachbücher und Online-Beiträge wolltest du außerdem schon seit langem lesen? Du kannst auch deine Strategie für Job-Marketing überarbeiten, hier findest du eine Anleitung zum Downloaden. Und falls dir das alles nicht reicht, dann absolviere einfach meinen Onlinekurs „Active Sourcing von A–Z“. 😉

Soweit zu meinen Tipps (probier sie aus, es wird sich lohnen!), jetzt zur versprochenen Einladung: Die Absage der TALENTpro einfach so hinnehmen würde nicht zu denen passen, die jedes Jahr viel dafür geben, damit es der top Fixtermin für alle mit Recruitingverantwortung bleibt. Deshalb hat sich eine unbeugsame Runde an Ausstellenden/Vortragenden zusammengetan und beschlossen, eine Konferenz unter dem Titel „Kaiserschmarren statt Weißwurst“ online zu veranstalten. Der Termin steht bereits: Trag dir den 31.03. schon mal in den Kalender ein, die Details folgen noch. Ich halte dich auf jeden Fall auf meiner Facebook-Seite auf dem Laufenden.

Wie du siehst, es gibt immer genug zu tun. Nütze die Zeit, bis der normale Alltag wieder einkehrt, er wird uns schnell genug einholen – damit Recruiting wieder einfach wird.

Herzliche Grüße
Claudia

PS: Nächste Woche geht es um Tools und Methoden, die dich im Recruiting produktiver machen. Das möchtest du nicht verpassen? Werde jetzt gleich Recruiting-Insider und du erhältst einmal im Monat alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt in dein Postfach – damit Recruiting für dich wieder einfach wird.

*Affiliate/Werbelink

Weltfrauentag: gute Idee. Recruitingstrategie für Female Talents: besser!

Weltfrauentag ist nur einmal im Jahr. Die Suche nach den richtigen Mitarbeiterinnen beschäftigt dich (vermutlich) andauernd. Grund genug, dir ein paar Tipps zu geben. Denn das Recruiting von weiblichen Talenten beginnt lange vor der Stellenbesetzung: mit der passenden Strategie.

„Unser Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, den Frauenanteil zu erhöhen. Wir freuen uns daher besonders über Bewerbungen von Frauen.“

Dieser Satz kommt dir bekannt vor? Verwendest du ähnliche Formulierungen oder gar diesen Satz in deiner Stellenanzeige? Streiche ihn. Sofort.

Dieser Absatz hilft dir weder dabei, mehr Bewerberinnen anzusprechen, noch erreichst du damit die richtigen. Es kommt beim Recruiting von Female Talents auf komplett andere Dinge an.

Hilfreich sind:

All das sind die Trümpfe, die du hinsichtlich Female Talents ausspielen kannst.

Wie sieht es aber in der Praxis aus?

„Jetzt haben wir alles dazu getan, Frauen auch in Führungspositionen zu kriegen, und dann werden die schwanger.“ – Personalleiter bei einer Podiumsdiskussion in Österreich im Jahr 2017.

Eine weibliche Führungskraft, die ich bei der Suche nach einem Teammitglied unterstützt habe, selektiert Bewerbungen von Frauen zwischen 27 und 37 generell aus: „Die werden sicher bald schwanger.“

Das ist schlichtweg diskriminierend.

Der Personalleiter, der sich im Kreise anderer Personalistinnen darüber auslässt, dass die eingestellten weiblichen Führungskräfte nach und nach schwanger werden, lässt zwischen den Zeilen heraushören: „Jetzt ringen wir uns endlich durch, auch Frauen in eine Führungsposition zu hieven, und dann passiert das Unausweichliche – sie bekommen Nachwuchs.“ Frauenförderungen wird offenbar überbewertet.

Doch dabei ist sie so wichtig. Studien zeigen, dass gemischte Teams mehr Output erzielen, besser performen und nachhaltiger arbeiten. Die Unternehmensberatung McKinsey prophezeit sogar, dass die Gleichstellung von Frauen im Arbeitsleben bis zum Jahr 2025 insgesamt 12 Billionen USD zum globalen BIP beitragen kann.

Davon sind wir aber noch weit entfernt, wenn ich an die Praxis denke. Denn was ich in über 20 Jahren Tätigkeit im Recruiting über männliche Bewerber im selben Alter bisher nicht gehört habe: „Den nehmen wir nicht, der ist in drei Jahren wieder weg, weil er Karriere machen will.“ In der Realität verlassen Männer Unternehmen allerdings genau aus diesem Grund, Frauen sind ihrem Arbeitgeber gegenüber loyaler.

Vom Suchen und Finden: Wo können potenzielle Mitarbeiterinnen erreicht werden?

Oh, I’m just a girl, all pretty and petite so don’t let me have any rights oh, I’ve had it up to here.“
Just a girl, No doubt

Überlege dir, wo du die Zielgruppe Frauen erreichen kannst. Social Media sollten in jedem Fall eine Rolle spielen. Beachte dabei, dass eher soziale Netzwerke als Business-Netzwerke von Frauen genutzt werden. Klick um zu Tweeten

Hier eine Übersicht der meistgenutzten Social Media Kanäle in Österreich und deren Bedeutung für das Recruiting von Frauen:

XING und LinkedIn
Die User von XING sind zu 45 % weiblich und zu 55 % männlich. Je jünger die Nutzerinnen und Nutzer sind (< 30 Jahre), desto mehr gleicht sich die Geschlechterverteilung in Richtung 50:50 an.

LinkedIn ist wie XING seit 2003 auf dem Markt und ist derzeit das größte professionelle Netzwerk der Welt. Auf LinkedIn erreichst du vorrangig Männer, nur 40 % der Nutzerinnen sind Frauen.

Facebook
Die größte Nutzergruppe von Facebook in Österreich bilden männliche User im Alter von 25 bis 34 Jahren. Die Geschlechter sind relativ ausgewogen auf Facebook vertreten. Die Gruppe, die am meisten Zuwächse weltweit verzeichnet, sind Frauen ab 45 Jahren.

Instagram
Instagram ist eindeutig in weiblicher Hand: Vor allem Mädchen und Frauen ab 13 Jahren sind auf Instagram online, je älter die User sind, desto mehr überwiegt der Frauenanteil.

YouTube
Statistiken zeigen, dass überwiegend Männer YouTube nützen. Das betrifft bereits die Gruppe der Jugendlichen und setzt sich bei den Erwachsenen fort. Vor allem Menschen im Alter von 18 bis 34 Jahren sind Fans der Plattform.

Pinterest
Vor allem Frauen sind auf der Plattform auf der Suche nach Inspiration unterwegs, Männer sind eher in der Unterzahl. Altersmäßig findet man vorrangig Millenials auf Pinterest.

XING und LinkedIn sind Business-Plattformen, hier erwarten die Nutzerinnen eher faktenorientierten Content. Social Media dienen der Information und Unterhaltung, hier darf es auch mal humorvoll und in jedem Fall unterhaltsam sein. Die Inhalte, die du auf den unterschiedlichen Plattformen postest, sollten sich entsprechend unterscheiden.

Social Media sind aktuell die beste Möglichkeit, sich als Arbeitgeber zu positionieren. Wie das geht, habe ich schon in dem einen oder anderen Blogbeitrag verraten.

Probier es aus und versuche, Female Talents etwa auf Instagram zu erreichen. Die Mühe lohnt sich: Wenn du die Zielgruppe Frauen bei deiner Strategie mitdenkst und konkret ansprichst, erweiterst du deinen Pool an potenziellen Bewerbern und dein Unternehmen profitiert von den Vorteilen durchmischter Teams – und so wird nicht nur Recruiting wieder einfach.

Herzliche Grüße
Claudia

PS: Nächste Woche verrate ich dir, wie du trotz Coronavirus dein Recruiting optimierst. Das möchtest du nicht verpassen? Werde jetzt gleich Recruiting-Insider und du erhältst einmal im Monat alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt in dein Postfach – damit Recruiting für dich wieder einfach wird.