Fünf Bücher, die mich 2020 begleitet, inspiriert und motiviert haben

Vielleicht geht es dir wie mir und du gönnst dir rund um die Feiertage ein paar bildschirmfreie Tage. Als Kind habe ich es geliebt, wenn ich Bücher unter dem Weihnachtsbaum gefunden habe und dann die Nacht lesend verbracht habe. So in etwa stelle ich mir das in den nächsten Tagen auch vor. Deshalb kommt hier meine ganz persönliche Empfehlung für Bücher, die zumindest auf den ersten Blick, gar nichts mit Recuiting zu tun haben.


The big five for live – John Strelecky

Glaub es oder nicht, ich habe dieses Buch vor Jahren von einer Bewerberin geschenkt bekommen. Als Weihnachtsgeschenk. „Wie wäre es, wenn Sie jeden Tag mit einem Lächeln zur Arbeit gehen könnten?“ so der Text auf dem Buchrücken. Damals habe ich nicht geahnt, dass mich genau diese Frage im Jahr 2020 beschäftigen wird.

Warum wir uns Gefühle kaufen – Christian Mikunda

Die Vorlesungen von Christian Mikunda an der Uni Wien waren mit Sicherheit die absoluten Highlights meines Studiums. Ich erinnere mich sogar noch gerne an die Prüfungen zurück. Mein Idol als Vortragende, seine Vorlesungen hatten nicht nur Event-Charakter, sie haben viele spannende Themen verknüpft und für Aha-Momente gesorgt.

Besser fix als fertig – Bernd Hufnagl

Das Thema Hirnforschung so aufbereitet, dass es wirklich gut verständlich und einleuchtend ist. Ich hatte heuer das Vergnügen mit Bernd Hufnagl zu kommunizieren und hoffe sehr, dass es 2021 auch ein Live-Treffen geben wird.

Pu der Bär, Ferkel und die Tugend des Nichtstuns – Benjamin Hoff

Auch dieses Buch habe ich vor vielen Jahren zu Weihnachten bekommen. Den Hinweis hat mir mein ehemaliger Chef geliefert, der mich nicht nur in meinem ersten Job unterstützt, gefordert und vor allem gefördert hat, sondern der immer noch ein Vorbild als Unternehmer und Mensch für mich ist. Danke Hans!

Klarheit. Der Schlüssel zur besseren Kommunikation – René Borbonus

Ich habe bei René 2019 gleich zwei Weiterbildungen besucht, 2020 war eine für März geplant – tja das hat nicht sein sollen. Gottseidank habe ich gleich mehrere seiner Werke in meiner Bücherregal stehen, dieses habe ich ausgewählt, weil es vielleicht für mein Jahresmotto 2021 stehen kann.

Welches Buch steht auf deiner Empfehlungsliste ganz oben?

Ich habe in diesem Beitrag nicht direkt zu einer Bezugsquelle verlinkt. Ich bin sicher, deine lokale Buchhandlung kann dir alle Bücher in kürzester Zeit besorgen. Viel Vergnügen beim Lesen, inspirieren lassen und abtauchen.

Herzliche Grüße und frohe Feiertage
Claudia 

P.S.: Falls du dir doch Recruiting-Stoff reinziehen möchtest, dann empfehle ich dir – total überraschend – das Playbook Recruiting. Aber das hast du sicher schon längst. 😉

Wie du dein Ikigai im HR-Job findest

Human Resources, People Management oder Personalmanagement – wenn nicht die Bezeichnung an erster Stelle steht, sondern du. Ja, in diesem Blogbeitrag geht es neben einem Tipp für deinen Recruiting-Job vor allem um dich! Deine Vorlieben und Talente entsprechen deinem Job? Wunderbar, du hast dein Ikigai offenbar schon gefunden! Du hast keine Ahnung, was das bedeutet und was Ikigai mit Recruiting zu tun hat? Hier kommt Abhilfe.

Ikigai ist eine Methode bzw. ein Modell aus Japan und wird oft mit „Sinn des Lebens“ übersetzt. Dabei ist allerdings mehr gemeint als „purpose“ – der Motivationsfaktor Sinn. Ikigai setzt sich aus zwei Worten zusammen nämlich: Iki = Leben und Gai = Wert.

  • Was du liebst
  • Was die Welt braucht
  • Was du gut kannst
  • Wofür du bezahlt werden kannst

sind die vier Themenbereiche auf die du – zunächst nur für dich – eine Antwort finden solltest. Dabei kann dir zum Beispiel das Buch „Ikigai oder das gute Leben“ helfen oder der Ted Talk von Tim Tamashiro „How to Ikigai“.

Wie du Ikigai in deinem Recruiting-Job einsetzen kannst? Recruiting ist zu einem großen Teil Matching. Wir matchen Personen mit für sie passenden Jobs bzw. Jobs mit passenden Personen.

Frag doch auch mal deine Bewerberinnen nach ihrem Ikigai, also nach ihrer Motivation jeden Morgen aufzustehen. Was lieben sie, was können sie am besten? Matche das mit dem, was deine Firma anbietet (was die Welt braucht) und du bist auf einem guten Weg Mitarbeiterinnen zu finden, die ihren Job lieben. Und alles was man gerne macht, macht man bekanntlich auch gut. Dass sich das positiv auf deine Fluktuationsrate auswirkt, langfristig Kosten einspart etc. brauche ich hier wohl nicht extra zu erwähnen.

Und jetzt kommen wir zu dir!

Die Feiertage sind nahe, du hast vielleicht ein paar Tage Urlaub und das Jahr 2020 hat sicher dazu beigetragen, dass du dir folgende Fragen stellst:

  • Was ist dein perfekter Job im HR-Bereich?
  • Was ist die Aufgabenstellung, die deinem Talent und Potenzial entsprechen?
  • Wer ist die Arbeitgeberin, mit deren Werten du dich identifizieren kannst?
  • Wer sind die Kolleginnen, mit denen du dich im Team wirklich wohl fühlst?
  • Wie sehen die Rahmenbedingungen aus, die zu deiner Lebenssituation passen?

Sabine und ich haben festgestellt, dass genau diese Fragen auch viele Menschen in HR-Funktionen bewegen. Für uns ist ein Teil unseres persönlichen Ikigai, dass wir den perfekten Match für dich finden: die HR-Funktion in genau dem Unternehmen und mit den Rahmenbedingungen, die dir entsprechen.

Ob Arbeitsrecht, Compensation & Benefits, Employer Branding, Head of HR, HR Assistenz, HR Business Partner, HR Controller, HR Manager, Personalentwicklung, Personalverrechnung, Recruiting, Active Sourcing – ob in Wien, Niederösterreich, Kärnten oder Vorarlberg – registriere dich ab sofort und unverbindlich in unserem Portal exklusiv für HR-Jobs und lass dich von deinem perfekten HR Job finden.

Wir sind überzeugt davon, dass Menschen in den für sie perfekt passenden HR-Jobs für eine großartige Candidate und Employee Experience sorgen und so die Welt im Sinne von Ikigai ein Stückchen besser machen.

Probier es aus und registriere dich jetzt, damit dein HR-Job wieder einfach wird.

Herzliche Grüße
Claudia & Sabine

Nächste Woche gibt es meinen ganz persönlichen Jahresrückblick. Das möchtest du nicht verpassen? Werde jetzt gleich Recruiting-Insider und du erhältst einmal im Monat alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt in dein Postfach – damit Recruiting für dich wieder einfach wird.

Zehn Möglichkeiten, dich im Recruiting zu blamieren

Die goldene Runkelrübe für die schlechteste Personal­marketing­kampagne des Jahres wird mittlerweile nicht mehr verliehen. So etwas in der Art wie die Goldene Himbeere für schlechtesten Filme möchtest du auch nicht erhalten. Falls doch, habe ich hier 10 Möglichkeiten aufgelistet, dich im Recruiting so richtig zu blamieren. 😉

Bewerberinnen machen unzählige Fehler im Bewerbungsprozess: kein Motivationsschreiben, die falsche Schrift, die falsche Uhrzeit, die falsche was auch immer. Was für sie gilt, sollte eigentlich auch für uns gelten, oder wie war das gleich noch mal mit „auf Augenhöhe„? Damit du nicht Gefahr läufst, einen der weniger begehrten Awards zu erhalten, habe ich hier etwas für dich. Diese 10 Dinge führen dazu, dass Bewerbungen gar nicht erst verschickt oder abgebrochen werden bzw. das du dein Unternehmen als Arbeitgeberin nicht den besten Ruf hat.

  1. Du stellst nur Forderungen in deinen Jobinseraten „Wir erwarten, Sie bieten, Sie bringen mit“. Wie sieht das Angebot aus?
  2. Das Jobinserat ist noch auf diversen Jobplattformen zu finden, aber nicht mehr auf deiner Karriere-Website.
  3. Du hast keine Karrierewebsite.
  4. Du hast eine Karrierewebsite, die ist allerdings nicht responsive bzw. mobiloptimiert.
  5. Du schreibst etwas von einer 1 Click oder 1 Minuten Bewerbung aber dann müssen Interessierte doch ein Formular ausfüllen.
  6. Du lässt deine Bewerberinnen im Regen stehen – sie wissen nicht, ob die Bewerbung überhaupt angekommen ist, bis wann mit einer Rückmeldung zu rechnen ist oder schickst keine Absage.
  7. Du hast kein Bewerbungsmanagementsystem.
  8. Du bist zu spät im Kennenlerngespräch.
  9. Du kannst auf fachliche Fragen keine Antwort geben.
  10. Du kannst das Gehaltsmodell nicht erklären.

Vermeide diese 10 Fehler, damit Recruiting wieder einfach wird.

Herzliche Grüße

Claudia

 

Nächste Woche geht es um Ikigai im Recruiting. Das möchtest du nicht verpassen? Werde jetzt gleich Recruiting-Insider und du erhältst einmal im Monat alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt in dein Postfach – damit Recruiting für dich wieder einfach wird.

5 TedTalks, die du als Recruiterin kennen solltest

Recruiting mittels TedTalk? Ja das kann funktionieren, dafür müssen wir allerdings gemeinsam eine richtig gute Kampagne aufsetzen, das dauert ein wenig. Jetzt gleich habe ich hier fünf kurze Ted Talks, die deinen Recruiting-Job bereichern werden und dir jedenfalls wieder neue Inspiration und Erkenntnisse liefern.

Show Drama GIF by TEDxUNebrija

How do our brains process speech
Garteh Gaskell, Dauer 3:54, Juli 2020

Sprachsuche (Voice Search) ist ein Thema, mit dem wir uns im Recruiting schon sehr bald auseinandersetzen müssen. Dazu sollten wir verstehen, wie unser Gehirn Sprache versteht. Genau darum geht es in diesem TedTalk. Die Erkenntnisse kannst du allerdings auch gut für Print- oder Online-Inserate nützen.

Zum TEDx-Talk von Gareth Gaskell

 

How to make faster decisions
Patrick McGinnis, Dauer 4:53, Dezember 2019

Recruiting bedeutet immer weniger auszuwählen, sondern vielmehr eine Entscheidung zu treffen. Beginnend bei der Wahl deiner Recruitingkanäle bis hin zur künftigen Mitarbeiterin. Patrick McGinnis zeigt Techniken, wie man die Angst vor der falschen Entscheidung reduziert. Seine Anleitung für das Treffen von Entscheidungen mit hoher Relevanz kannst du perfekt an deine Führungskräfte weitergeben.

Zum TEDx-Talk von Patrick McGinnis

 

5 ways to create stronger connections
Robert Reffkin, Dauer 2:53, Februar 2020

Technologisch sind wir besser in der Lage zu kommunizieren als je zuvor. Allerdings wird die Art der Kommunikation immer unpersönlicher. Robert Reffkin verrät uns fünf Möglichkeiten, dies schnell umzusetzen. Besonders Nummer zwei gefällt mir sehr gut (Stichwort Onboarding). Alle anderen kannst du sowohl im Recruiting als auch im Active Sourcing einsetzen und für eine tolle Candidate Experience sorgen.

Zum TEDx-Talk von Robert Reffkin

 

What I learned from 32 grueling interviews
Ashwini Mrinal Bhagat, Dauer: 8:01, November 2014

Perspektivenwechsel hilft immer. Ashwini Mrinal Bhagat, heute selbst in HR tätig, erzählt von ihrer Erfahrung als Bewerberin. Dieser TedTalk ist aus dem Jahr 2014 aber ich fürchte, wir finden auch heute noch genügend Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Zum TEDx-Talk von Ashwini Mrinal Bhagat

 

The secret to giving great feedback
LeeAnn Renninger, Dauer: 4:48, Jänner 2020

Absagen erteilen ist für viele Recruitingverantwortliche der Part des Jobs, der nicht gerade heiß begehrt ist. LeeAnn Renninger gibt hier eine 4 Schritte Formel weiter, mit der das künftig vielleicht nicht mehr so schwer fällt.

Zum TEDx-Talk von LeeAnn Renninger

 

Welcher TedTalk hat dich am meisten inspiriert?

Meine Erfahrungen als Bewerberin haben dazu geführt, dass ich heute als Recruiting-Strategin arbeite, damit Recruiting wieder einfach wird.

Herzliche Grüße
Claudia

P.S.: Wenn du noch ein paar Minuten Zeit hast, dann sieh dir am besten meinen Online-Vortrag „Recruiting mit TikTok“ an.

 

 

Diskriminierung im Recruiting

Bisher waren meine Beiträge in den Sommermonaten vor allem als Inspiration gedacht und eher leicht zu lesen (auch mal am Strand oder auf der Terrasse) – Diskriminierung im Recruiting ist im Vergleich dazu vielleicht nicht die leichteste Sommerlektüre. In diesem Blogbeitrag möchte ich aber ein Versprechen einlösen: Nämlich mich mehr dem Thema Diskriminierung zu widmen und dir zu helfen, künftig möglichst diskriminierungsfrei im Recruiting zu agieren.

Möglichst diskriminierungsfrei, weil ich überzeugt bin, dass es selbst mit den besten Absichten eigentlich nicht möglich ist, komplett vorurteilsfrei – ohne Bias – zu agieren. Eva Stock hat das in ihrem Blogbeitrag „Sind wir nicht alle ein bisschen rassistisch?“ wunderbar formuliert.

Bei meinen Vorträgen und Workshops zu Social Media Recruiting und Active Sourcing kommen die Worst Practise Beispiele besonders gut an, mir ist es aber wichtig zu zeigen, wie man Recruiting besser und origineller machen kann. Dazu gehört es auch, die weniger lustigen Themen konkret anzusprechen. Mir wurden nach der Veröffentlichung des Blogbeitrags zu Rassismus im Recruiting unzählige Beispiele geschickt von – keine große Überraschung – ausschließlich Frauen, die entweder als Bewerberin, aber auch als Recruitingverantwortliche diskriminierende Erfahrungen gemacht haben. Ein paar davon habe ich hier für dich zum Nachlesen:

  • In einem Modeunternehmen wurden Bewerbungen nach „hübsch“ und „hässlich“ gefolgt von „dick“ und „schlank“ selektiert. Man wollte im Unternehmen ausschließlich schöne Menschen (eigentlich schöne Frauen) haben. Auch wenn jemand die passende Erfahrung mitgebracht hat aus der gleichen Branche, wurde dieser Person abgesagt.
  • Eine weibliche Führungskraft hat nach den Kennenlerngesprächen zu mir gesagt: „Also die erste Kandidatin ist so dünn, die ist vermutlich magersüchtig. Somit nicht stressresistent, das geht nicht. Die zweite ist dick also undiszipliniert, das geht auch nicht.“
  • Ein ehemaliger Chef hat hübscheren Frauen den Vorzug gegeben. Er wollte nur schöne Frauen um sich haben. Er hat sogar extra einen Schuhschrank bauen lassen für High Heels, damit alle um ihn herumstöckeln.
  • Ein Geschäftsführer eines bekannten Unternehmens hat mich im Bewerbungsgespräch gefragt, wie ich so zu meiner großen, privaten Veränderung stehe. Die Frage zielte auf meinen anstehenden 30. Geburtstag ab und die dazu gehörende „biologische Uhr“. Er meinte, dass er mich zwar toll findet, aber er möchte jemand langfristig haben, und nicht jemanden, der beginnt um dann nur mehr Teilzeit zu arbeiten.
  • Ich werde sehr oft nach meiner Herkunft gefragt. Woher ich denn „ursprünglich“ kommen würde. Klar, man kann meinen Nachnamen nicht direkt zuordnen, aber manchmal ist es schon ein bisschen irritierend, wenn man das im Bewerbungsgespräch vom Bewerber gefragt wird… auf die Frage, ob es noch Fragen gibt. 😉 Wenn ich antworte, dass ich aus Graz, Steiermark komme, werde ich zum Teil gefragt, wo meine Wurzeln liegen und woher meine Eltern kommen. Der Grat zwischen Interesse und damit verbundenen Vorurteilen ist irgendwie sehr schmal, und manchmal ist das einfach eine unangenehme Situation. Aber dennoch kommen solche Dinge im Alltag häufig vor, wahrscheinlich ohne dass man sie direkt wahrnimmt.
  • In Bewerbungssituationen hab ich gemerkt, wie sehr Frauen eigentlich diskriminiert werden – und zwar systematisch. Immer wieder fiel mir auf, wie dennoch eine Frage zu meiner Familienplanung unausgesprochen im Raum stand, die die Recruiter nicht stellten, obwohl sie es eigentlich unbedingt wissen wollten. Und dann hab ich es ausprobiert und einfach gesagt: „Ich bin übrigens mit einer Frau zusammen.“ Wumm!!! Die Erleichterung konnten die gut trainierten und erfahrenen Recruiter nicht verbergen. Es war offensichtlich, dass die Recruiter glaubten, dass über einer kinderlosen Frau Ende 30 die Störche wohl schon kreisen müssten. Im Übrigen kenne ich viele lesbische Paare mit Kindern, aber das scheint ja so manchen Horizont zu übersteigen. Mir war klar, dass ein ungewöhnlich frühes Outing mich vor dieser Art von Diskriminierungen schützt, aber ich finde es trotzdem traurig, womit wir Frauen uns ständig herumschlagen müssen.
  • Der Eigentümer einer Personalberatungsfirma fragte mich, ob ich wohl einen gut verdienenden Mann hätte, weil mein Job (in seiner Firma) am Anfang kaum was abwerfen würde.

Hast du diskriminierende Situationen auch schon erlebt? Als Bewerberin oder auch als Recruitingverantwortliche? Wie gehst du damit um? Klick um zu Tweeten

Bitte schreib mir, ich möchte diese Erfahrungen gerne regelmäßig veröffentlichen (natürlich anonym). Nicht, um jemanden an den Pranger zu stellen, sondern damit wir voneinander lernen können. Meine Hoffnung ist, dass wir dadurch alle aufmerksamer werden – damit Recruiting wieder einfach wird.

Herzliche Grüße
Claudia

PS: Du möchtest meinen nächsten Blogbeitrag nicht verpassen?  Werde jetzt gleich Recruiting-Insider und du erhältst einmal im Monat alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt in dein Postfach – damit Recruiting für dich wieder einfach wird.

Recruiting als Wertschöpfungsfaktor

Das HR Business Partner Modell nach Dave Ulrich ist für die meisten HR Abteilungen in Österreich erstrebenswert. Doch wer macht sich Gedanken, inwiefern Recruiting zur Wertschöpfung beiträgt? Ich natürlich. Und heute möchte ich sie mit dir teilen.

Falls du dich mit dem Dave Ulrich Modell noch nicht auseinandergesetzt hast, hier der Versuch es in zwei Sätzen zu erklären: Es gibt pro Businessbereich eine HR (Ansprech-)Partnerin, diese arbeitet eng mit anderen HR Bereichen, wie zum Beispiel dem Recruiting, zusammen. Der HR Business Partner sollte dabei vor allem eine strategische Rolle wahrnehmen, quasi HR Management für einen Teilbereich. Die meisten HR Abteilungen in Österreich würden übrigens gerne nach diesem Prinzip agieren, es gibt allerdings unzählige Gründe, warum das ganz oft nicht der Fall ist. Am öftesten ist es schlicht und einfach eine Frage der Ressourcen. Die Führungskräfte hätten HR eigentlich gerne auch als strategische Ansprechpartnerin, aber wer kümmert sich dann ums daily business? Gehaltsabrechnung, Bestätigungen, Seminarorganisation, die Beantwortung von arbeitsrechtlichen Fragen, … Von Recruiting und Personalentwicklung spreche ich da noch gar nicht.

Welchen Beitrag leistet Recruiting zur Wertschöpfung?

Formulieren wir die Frage doch einmal anders: Ich habe sicherheitshalber nochmal im HR Lexikon nachgeschlagen (ok, ich habe natürlich online nachgesehen, aber das klingt definitiv nicht so gut). „Wertschöpfung ist in einer Geldwirtschaft das Ziel produktiver Tätigkeit“ heißt es da. Diese Tätigkeit wird von Menschen, also den Mitarbeiterinnen, ausgeübt. Dafür erhalten sie einen Gegenwert, ihr Gehalt. Die Aufgabe von Recruiting wiederum ist es, genau diese Mitarbeiterinnen, die für die Wertschöpfung sorgen, zu finden und einzustellen. Wie kann man also annehmen, dass Recruiting keinen Beitrag zur Wertschöpfung leistet? Denn das kannst du sicher bestätigen: Recruiting wird IMMER als Kostenfaktor gesehen.

Ich finde es nach wie vor ziemlich erschreckend, wenn mir Recruitingverantwortliche schreiben, dass sie aufgrund von Corona ihren Job verloren haben – mit der Begründung, dass wohl bis Jahresende keine neuen Mitarbeiterinnen eingestellt werden. Ich finde es auch erschreckend, wenn mir Kundinnen nach Workshops oder Vorträgen sagen, sie würden sehr gerne Social Media Recruiting implementieren, sie haben aber keine Ressourcen und bekommen auch kein Budget.

Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um sich einen Wettbewerbsvorteil am Arbeitgebermarkt zu sichern.

Liebe Geschäftsführerinnen, ich appelliere an eure strategische Weitsicht:

Wenn jetzt bis Ende des Jahres keine neuen Positionen freigegeben werden, dann gibt es zumeist trotzdem Ersatzaufnahmen. Menschen verändern sich, egal ob du deine Recruiterin rausschmeißt oder nicht.

Wenn bisher die Zeit gefehlt hat, sich um Recruitingmaßnahmen wie Active Sourcing oder Social Media Recruiting zu kümmern, den Recruitngprozess zu optimieren, ein Mitarbeiterempfehlungsprogramm einzuführen oder eine neue Plattform zu testen – wie soll das dann neben dem Tagesgeschäft funktionieren oder überhaupt denkbar sein, wenn niemand mehr da ist, der dafür verantwortlich ist?

Wenn du in ein paar Monaten wieder dringend Mitarbeiterinnen suchst, hast du es verpasst, dich darauf vorzubereiten und jetzt die richtigen Weichen zu stellen. Klick um zu Tweeten

Vielleicht ist jetzt auch der perfekte Zeitpunkt, um zu überlegen, welche Rolle HR und somit auch Recruiting in deinem Unternehmen spielen sollen. Business Partnerschaft bedeutet etwas ganz anderes als Dienstleistung. Die bekommst du auch von Personal- oder Steuerberatungen. Versteh mich nicht falsch, das ist total legitim und aus unternehmerischer Sicht auch nachvollziehbar. Ob das langfristig für eine Unternehmenskultur sorgt, die als TalenteMagnet wahrgenommen wird, möchte ich bezweifeln – denn die persönliche „Betreuung“ am Arbeitsplatz fällt dann weg. Aber jedem das seine.

Nütze die Zeit, in der weniger Positionen zu besetzen sind, und widme dich deiner Recruitingstrategie. Und erinnere dich bitte an eine Aussage, die schon ziemlich alt ist, aber nie an Aktualität verliert: Hire best recruiters to hire best talents, damit Recruiting wieder einfach wird.

Herzliche Grüße
Claudia

PS: Nächste Woche geht es um IT Recruiting. Das möchtest du nicht verpassen? Werde jetzt gleich Recruiting-Insider und du erhältst einmal im Monat alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt in dein Postfach – damit Recruiting für dich wieder einfach wird.