Google for Jobs 2021 auch in Österreich

Google for Jobs ist nun mit „etwas“ Verzug auch in Österreich angekommen. Was Google for Jobs ist, was du tun kannst, damit dein Jobinserat auf Google for Jobs gelistet und von Jobsuchenden gefunden wird und noch mehr Tipps habe ich in diesem Blogbeitrag für dich zusammen gestellt.

Google for Jobs ist übrigens nicht die „offizielle Bezeichnung“, diese lautet „Job Search Experience“. Außerdem spricht Google nicht von einem Produkt, sondern von einem Service mit dem Ziel, die Jobsuche auf Google zu vereinfachen. Seit 2017 ist Google for Jobs in den USA verfügbar und laut eigenen Angaben mittlerweile in über 120 Ländern gelaunched. das alles erzähle ich dir auch in diesem Video auf Recruiting TV.

giphy "I use Google"

Wie funktionierts?  

Hast du bisher auf Google nach einem Job gesucht, wurden die Suchergebnisse in einer Liste ausgespielt und du auf unterschiedlichen Websites, allen voran Jobbörsen, weitergeleitet. Diesen Schritt sparst du dir nun! Google fasst die relevanten Jobs direkt auf der Google Startseite als Eyecatcher in einer prominent platzierten Box zusammen -  so wie du es bereits von Google Shopping kennst.

Screenshot Google for Jobs in Österreich April 2021

Mittels Filterkriterien kann nun direkt auf der Google Oberfläche nach dem Traumjob gesucht werden. Soweit, so gut. Dennoch ist Google4Jobs keine herkömmliche Stellenbörse im klassischen Sinn. Die Möglichkeit, eine neue Stelle auf Google for Jobs einfach zu posten sucht man vergebens. Zudem findet Google die Stellenausschreibung auch nicht ganz automatisch in den unendlichen Weiten des WWW. Und hier kommst du ins Spiel, liebe Recruitingverantwortliche. Denn es ist notwendig, die eigene Karriereseite und die Stelleninserate technisch und inhaltlich so zu optimieren, dass der Google Crawler sie finden, verarbeiten und optimalerweise an prominenter Stelle platzieren kann. 

Was kannst du also tun, damit dein Jobinserat auf Google for Jobs gelistet und von Jobsuchenden gefunden wird?

  • Das Stelleninserat muss online verfügbar sein - entweder auf deiner Website oder auf Dritt-Jobplattformen. Aber Achtung: nicht alle Jobplattformen sind eine Kooperation mit Google eingegangen und können so nur gecrawlt werden! hokify, LinkedIn und XING sind unter anderem dabei, genau so wie viele Anbieter einer Bewerbungsmanagement-Software.
  • Jedes Stelleninserat benötigt eine eigene URL, auf die Google dann verlinken kann.
  • Der gepostete Job muss mit einem sogenannten Job-Posting Markup versehen sein. Fragst du dich nun, was das ist? Geduld Geduld, ich komme noch dazu.👇
  • Sämtliche Job-Inserate müssen via Sitemap (XML) und/oder Indexing API an Google übermittelt werden.

Ich gebe zu, das hört sich jetzt erst mal etwas technisch und kompliziert an. Sollten einige dieser Begriffe bei dir nichts als Fragezeichen auslösen, wende dich am besten vertrauensvoll an deine Systemadministration und gib diesen Link mit der Anleitung direkt von Google weiter – die sollten bei der technischen Umsetzung unterstützen können.

Nun zum Markup und zu der inhaltlichen Ausgestaltung der Job-Inserate

Beim Verfassen  der Inseraten gibt es einige wichtige Punkte zu beachten, um von Google gut gefunden und ausgespielt zu werden:

  • Job-Inserate müssen mit einer von Maschinen lesbaren Auszeichnungssprache zur Gliederung und Formatierung von Texten – einem sogenannten Markup – versehen werden. Hier wird zwischen obligatorischen und optionalen Daten unterschieden:
    • Daten, die du hinterlegen musst, sind Job-Titel, Publikationsdatum, Informationen zur Arbeitgeberin (Name, URL der Firmenwebsite und Logo), Arbeitsort und Gehaltsangaben (da haben wir in Österreich doch tatsächlich einen Vorteil).😉
    • Optional kannst du Art der Beschäftigung (Vollzeit, Teilzeit, Praktikum…), Möglichkeit für Tele-Arbeit und die Job-ID eintragen.
      Nicht alle Daten müssen also hinterlegt werden, du kannst aber davon ausgehen, dass Jobs, die mehr Daten enthalten, eine bessere Reichweite erzielen werden.
  • Du musst in Zukunft noch mehr auf die Formulierung der Job-Inserate achten. Denn diese sollten nicht nur von menschlicher Intelligenz (potenzielle Bewerberin), sondern ab sofort auch von künstlicher Intelligenz (Googlebot) verstanden werden. 😅

Meine Formulierungs-Tipps:

  • ein aussagekräftiger Job-Titel (aber leider im Sinne von Google), hier ein konkretes Beispiel:
    Nicht empfohlen: Jetzt für IT-Job bewerben – Mitarbeiter mit FRANZÖSISCH in Bukarest
    Empfohlen: Marktspezialist mit Französischkenntnissen
    Abkürzungen wie «COO» im Titel vermeiden – besser: «Chief Operating Officer»
  • vermeide Sonderzeichen (problematisch, wenn du zum Beispiel das Gender* verwendest)
  • keine Floskeln (kurze & prägnante Formulierung)
  • sinnvolle Gliederung inkl. Auflistungen
  • allgemeine SEO Richtlinien beachten
  • und eine allgemein gute Usability (auch für mobile Endgeräte optimiert)

Was solltest du sonst noch wissen?

Google integriert auch Arbeitgeberbewertungen von kununu, glassdoor oder indeed in die Job-Anzeige. Spätestens jetzt wird’s also Zeit, das kununu Profil mal unter die Lupe zu nehmen und hier aktiv zu werden.

Ist deine Karrierewebsite schon länger keinem SEO Check mehr unterzogen worden? Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt. Wenn das erledigt ist, kannst du auch gleich Google AdWords ausprobieren.

Was nun nach viel Aufwand klingt, zahlt sich aus! Durch Google for Jobs hast du die Möglichkeit mehr Bewerberinnen dort zu erreichen, wo sie sich tatsächlich aufhalten: online. Eine auf Google for Jobs gut aufbereitete Stellenanzeige führt zu mehr Reichweite, potenziellen Bewerberinnen sowie zu einer verbesserten Candidate Experience. Der Nachteil ist, dass Kreativität und Design einer gewissen Standardisierung weichen werden.

Setze auf Google for Jobs damit Recruiting wieder einfach wird.

Herzliche Grüße

Claudia

P.S.: In meinem Online-Workshop „Die optimale Karrierewebsite“ besprechen wir natürlich auch Google for Jobs.

Social Media Recruiting 2021 mit Clubhouse

Clubhouse ist eine Audio-only App, vergleichbar mit einer Live Telefon-Konferenz. Es gibt kein Video, keine Möglichkeit, jemanden Nachrichten zu senden oder zu chatten, zu kommentieren oder irgendeine andere Form der schriftlichen Kommunikation. Du hast die Wahl, selbst zu moderieren, zu diskutieren oder einfach nur zuzuhören.

Recruiting mit einer Audio-only App

Kann das wirklich funktionieren? Hättest du dir 2014 gedacht, dass Recruiting mit Instagram funktioniert? Hättest du dir gedacht, dass Recruiting mit Podcast-Formaten funktioniert (ich habe auf meinen Social Media Kanälen letztes Jahr das Beispiel von AXA Versicherungen im Business Punk Podcast als Recruiting Impuls gebracht). Die Frage ist, wie bei jeder Social Media-App, was du daraus machst.

So funktioniert Clubhouse

  • Derzeit ist die Clubhouse App ausschließlich für iOS verfügbar, Android User müssen sich wohl noch gedulden.
  • Du kannst die App über den App Store beziehen und dir am besten gleich deinen gewünschten Usernamen reservieren (meiner lautet lorber_claudia falls du auch schon in da Club bist).
  • Dann heißt es warten, denn den Zugang zur App hast du nur, wenn du eingeladen wirst.
  • Sobald du die App nützen kannst, hast du vorerst nur die Möglichkeit, 1 weitere Person einzuladen. Je mehr du die App nützt wirst du „belohnt“ und kannst weitere Einladungen vergeben.

Klingt elitär und doof? Mag sein, aber es funktioniert, die Warteliste ist schon recht lang. Wenn du schon ganz bald auch dazu gehören möchtest, habe ich gute Nachrichten für dich: komm in meine brandneue Facebook Gruppe Social Media Recruiting in Österreich und du hast am Freitag, 22.01.2021 die Möglichkeit, eine der exklusiven Einladungen zu ergattern (jaaa ich bin schon „in da club“ um es mit 50 Cent zu sagen).

 

Hier habe ich ein paar Screenshots für dich vorbereitet:

Vorteile

  • Clubhouse ist die logische Weiterentwicklung des Podcast-Formates und noch so neu am Markt, dass du quasi ganz vorne mit dabei bist. Ich habe erwartungsgemäß noch keine Nutzerinnenzahlen für Österreich allerdings auch keine für Europa gefunden. Ende 2020 gab es in den USA erst knapp über 10.000 User, Tendenz stark steigend.
  • Voice Formate sind eindeutig am Vormarsch, je früher du dabei bist, umso besser. Du findest hier möglicherweise Kontakte, die du über Facebook oder andere Social Media nicht erreichen würdest.
  • Du kannst ein Thema – auch deutschsprachig – hosten und deine Community bilden. Viele Expertinnen, die keine große Freude haben auf einer Konferenzbühne zu stehen oder ein Video zu drehen, haben weniger Hemmungen „einfach zu sprechen“. Ganz ohne Friseurbesuch oder Make-up. 😉

Nachteile

  • Noch eine Social Media-App? Ich gebe zu, es wird langsam viel, aber Plattformen kommen und gehen. Manche funktionieren eine Zeit lang sehr gut und dann nicht mehr. Langfristig nur auf eine Plattform zu setzen, wird nicht funktionieren.
  • Es gibt keine Möglichkeit zu kontrollieren, wer dir welche Fragen stellt.
  • Es gibt (noch) keine unmittelbare Reaktion wie Likes oder Applaus.
  • Es gibt keine Aufnahmen, alles passiert live.
  • Die App wurde Mitte 2020 in den USA gelauncht und wie es da mit dem Datenschutz aussieht weißt du bestimmt. Möchtest du Clubhouse trotzdem nützen empfehle ich dir den Download der App entweder auf deinem privaten iPhone oder du legst dir ein eigenes Smartphone für Social Media-Recruiting zu (das wäre auch für den Einsatz von TikTok und Co ratsam). Wenn du genauer wissen möchtest, wie Clubhouse zu Datenschutzthemen steht kannst du hier die Datenschutzerklärung nachlesen.

Clubhouse im Recruiting

Abgesehen davon, dass du dir selbst einfach Expertise zum Beispiel zu LinkedIn aufbauen kannst (da gibt es schon einige Hosts), indem du einfach danach suchst und zuhörst, kannst du perfekt dein Netzwerk für den Fachbereich aufbauen, für den du Mitarbeiterinnen suchst.

Ich werde am 4. Februar einen kurzen Online-Vortrag halten und dir drei Beispiele vorstellen, wie du Clubhouse im Recruiting einsetzen kannst. Melde dich jetzt an, damit Recruiting wieder einfach wird.

Herzliche Grüße 
Claudia 

P.S.: Komm in meine Gruppe Social MediaRecruiting in Österreich und werde mit meiner Hilfe Clubhouse-Mitglied. 

Programmatic Job Advertising – das neue Wundermittel im Recruiting?

Wer kennt nicht die Werbeanzeigen im Internet, die einem zuverlässig genau die Produkte vorschlagen, die man sich bereits letzte Woche im Online-Shop angesehen hat. Programmatic Job Advertising nennt sich die Technologie dahinter und ist im Marketing schon lange etabliert. Nun findet sie zunehmend auch im Recruiting Anwendung. Ich beschäftige mich mit dem Thema schon länger und wollte gerne wissen, wie einfach verständlich ist Programmatic Advertising für jemanden, der damit noch keine Anknüpfungspunkte hat. Ich habe daher Robert gebeten, zusammen zu fassen: was es damit auf sich hat, für wen es geeignet ist und welche Vorteile es für das Recruiting mit sich bringt. 

 

GIF by HiSmileTeeth

 

Programmatic Job Advertising – was ist das überhaupt? 

Programmatic Job Advertising ist der vollautomatisierte und individualisierte Ein- und Verkauf von Werbeplatzierungen im Internet in Echtzeit.“ Nur dass es anders als in unserem Einführungsbeispiel, sich nun um Jobanzeigen handelt. Deswegen Job Advertising. 

Die Technologie dahinter basiert aber auf demselben Prinzip. Programmatic Job Advertising macht sich die großen Datenmengen zunutze, die Nutzer auf ihrem Weg durch das Internet hinterlassen. Dadurch ist es möglich Anzeigen immer direkt an seine Zielgruppe zu richten, egal wo im Internet sich diese gerade befindet, egal wann sie surft und egal auf welchem Endgerät sie das tut. Man holt seine Zielgruppe also genau dort ab, wo sie gerade unterwegs ist. 

 

Wie läuft so eine Kampagne ab? 

Zuallererst wird die Zielgruppe bestimmt, mit der Methode Candidate Persona zum Beispiel. In einem nächsten Schritt überlegt man, wo sich diese am ehesten aufhält und beginnt dort gezielt Werbung zu schalten. Am Anfang folgt der Prozess ein wenig dem Trial & Error Prinzip, erst nach und nach lernt der eingesetzte Algorithmus laufend dazu und die Kampagne performt immer besser. So werden Anzeigen zunehmend dort und dann geschaltet, wo und wann sie auch die größte Wirkung erzielen. Gemessen wird das unter anderem an Indikatoren wie Klickrate oder Anzahl der eingehenden Bewerbungen. Das spart ultimativ auch Kosten, da das Budget gezielt eingesetzt werden kann. Zudem hat man jederzeit die Möglichkeit die Daten einzusehen und die Kampagne entsprechend anzupassen, oder auch vorzeitig zu stoppen. 

 

Für wen eignet sich Programmatic Job Advertising? 

Als Faustregel kann man sagen, dass Programmatic Job Advertising dann Sinn macht, wenn mehrere Stellen zu besetzen sind und das Budget entsprechend hoch ist. Außerdem ist es besonders zu empfehlen, wenn Jobs auf herkömmlichem Wege nur noch schwer zu besetzen sind. Etwa wenn es um spezielle Kenntnisse und viel umworbene Spezialisten geht, wie in der IT-Branche. Außerdem sollte genügend Zeit vorhanden sein die Kampagne laufen zu lassen. Nur dann kann die Kampagne ihre Vorzüge ausspielen und ultimativ auch Nerven und Geld sparen. Als Richtwert: Eine gute Kampagne, die ihr Geld auch wert ist, beginnt bei circa 5000-6000€. 

 

Was sind die Vorteile von Programmatic Job Advertising? 

  • Spezialisierung: Zielgruppen genau bestimmen und direkt ansprechen 
  • Performance: Werbung dort platzieren, wo sie auch am besten funktioniert 
  • Reichweite: Mehr Leute erreichen, da auch passiv Jobsuchende Anzeigen sehen 
  • Transparenz: Kosten und Daten in Echtzeit verfolgen
  • Flexibilität: Kampagne individuell plan- und steuerbar 

Wo ist der Haken an der Sache? 

Programmatic Job Advertising Kampagnen sind in der Regel teuer und zahlen sich nur bei entsprechend großem Budget und Anzeigenvolumen aus. Auch genügend Zeit sollte mitgebracht werden. Zudem werden nicht nur aktiv suchende Menschen angesprochen, sondern auch alle anderen. Das kann sowohl ein Vorteil, als auch ein Nachteil sein. 

 

Für wen eignet sich Programmatic Job Advertising NICHT? 

Das Ganze ist nichts für kleine Firmen mit wenig Budget oder für einzelne Jobausschreibungen, die schnell nachbesetzt werden müssen. Kurze Zeiträume und kleines Budget lassen nicht genug Spielraum für das System ausreichend zu lernen und die Kampagne kann so nicht ihre gewünschte Wirkung entfalten. Denn eine gewisse Datengrundlage ist notwendig, damit das Vorhaben auch funktioniert. Reichen Zeit oder Budget dafür nicht aus, laufen die Anstrengungen ins Leere. Auch Stellen, die üblicherweise stark nachgefragt sind und auf herkömmlichen Wegen (Stellenportale) schon genügend Bewerbungen generieren, brauchen in der Regel keine Hilfe von solchen Kampagnen. 

Vorsicht: Lass die Finger von Anbietern, die Programmatic Job Advertising bereits für wenige hundert Euro anbieten. In diesem Falle ist es wohl doch immer mehr Schein als Sein. Selbst wenn mit einer vorgegebenen Anzahl an Klicks pro Stelle geworben wird, kommt es immer mehr darauf an, wer klickt, als wie viele. 

 

Was wäre ein typisches Anwendungsbeispiel für eine Programmatic Job Advertising Kampagne? 

Eine große Firma sucht in den nächsten Monaten nach mehreren IT-Fachkräften. Das Budget beträgt mehrere tausend Euro und die Zielgruppe ist schwer zu erreichen. Auf herkömmlichen Job Portalen melden sich nur kaum geeignete Kandidaten. Die Programmatic Job Advertising Kampagne findet potenzielle Bewerber und spricht diese zielgenau an. Die Anzahl der brauchbaren Bewerbungen verdoppelt sich und die Stellen können besetzt werden. Am Ende kann die Kampagne sogar frühzeitig gestoppt werden und es bleibt noch Budget für das nächste Mal über. 

Meinen Input zum Thema Job Marketing gibt es im eBook von eRecruiter und Recruiting Insider erhalten eine Aufstellung von 177 Online-Jobplattformen, Möglichkeiten zur Filterung nach Zielgruppen und/oder Region inklusive. 

Hast du schon Erfahrung mit Programmatic Job Advertising? 

Setze auf Methoden aus dem Online-Marketing damit Recruiting wieder einfach wird. 

 

Herzliche Grüße,
Claudia 

 

Nächste Woche geht es um Agiles Recruiting. Das möchtest du nicht verpassen? Werde jetzt gleich Recruiting-Insider und du erhältst einmal im Monat alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt in dein Postfach – damit Recruiting für dich wieder einfach wird.  

Drei Tipps für rechtssicheres Social Media-Recruiting

Social Media-Recruiting bedeutet viele Möglichkeiten zu haben, um sich als Arbeitgeberin zu präsentieren bzw. auf Jobangebote im Unternehmen aufmerksam zu machen. Nicht alles was technisch möglich ist, ist aber auch erlaubt. Ich habe mir für diesen Blogbeitrag Unterstützung von Judith Morgenstern, Rechtsanwältin und Partnerin bei MOSA Rechtsanwälte geholt, damit du künftig rechtssicher Social Media-Recruiting betreiben kannst. 

 

Die Karrierewebsite

Das Herzstück im Online-Recruiting. Alle Wege – egal auf welcher Plattform – führen im besten Fall zu deiner Karrierewebsite.

Darauf solltest du achten:

  • Geschlechtsneutralität und Diskriminierungsfreiheit gelten nicht nur für Job-Inserate
  • Urheberrechte – wem gehören die Texte, die für diese Seite geschrieben werden (Dienstvertrag bzw. bei Freelancern auch in den Vertrag aufnehmen)
  • Impressumspflicht §24 ff MedienGesetz
  • Recht am Bild (Einverständniserklärung von Mitarbeiterinnen, kann aufgrund Datenschutzrecht jederzeit widerrufen werden)
  • Persönlichkeitsrechte §16 ABGB
  • Datenschutzgrundverordnung. Einsatz von Cookies, Analytics (zum Beispiel für Retargeting) Zustimmung der Besucherinnen deiner Karrierewebsite ist notwendig. Es muss auch für Laien verständlich erklärt werden, was mit den Daten geschieht.

 

Usa Network Television GIF by Suits

 

Evidenz von Bewerbungen / Talent Relationship Management

Daten sind das neue Gold. Dieser Grundsatz gilt nicht nur für Marketing, sondern auch im Recruiting. Jetzt hast du es geschafft, du bekommst eine Bewerbung und vieles passt, aber leider nicht alles. Natürlich möchtest du gerne zu einem späteren Zeitpunkt noch Kontakt mit deiner Bewerberin aufnehmen, aber ist das eigentlich datenschutzkonform noch möglich?

Für die Dauer des Bewerbungsverfahrens darfst du alles speichern, die Daten dürfen jedoch nur betroffenen Führungskräften bzw. Mitarbeiterinnen zur Verfügung gestellt werden. Bis zu 6 Monate nach Abschluss des Bewerbungsverfahrens musst du die Daten aufheben, da möglicherweise ein Nachweis für die Gleichbehandlungskommission nötig ist. Danach müssen die Daten gelöscht oder anonymisiert werden, es sei denn du holst eine klare Zustimmung ein, dass du die Daten noch länger in Evidenz behalten darfst. Dies kann entweder per Mail oder per Checkbox in einem Bewerbungsmanagementsystem erfolgen.

Möchtest du gerne mit deinen Bewerberinnen regelmäßig in Kontakt bleiben, dann gilt unter anderem das Telekommunikationsgesetz. Die Zustimmung der Bewerberinnen ist mittels double opt in Verfahren notwendig.

 

Social Media-Guidelines

Hast du schon vom Fall Justine gehört? Hier hat ein Tweet dazu geführt, das eine PR-Managerin entlassen wurde. Auch in Österreich gibt es bereits Fälle, wo das Verhalten auf Social Media dazu geführt hat, dass Mitarbeiterinnen gekündigt bzw. entlassen worden sind. Hier können Social Media-Guidelines helfen. Eine Vorlage dafür gibt es bald für alle Mitglieder der Recruiting Insider Community.

Wichtig: egal auf welchen Sozialen Medien sich deine Mitarbeiterinnen bewegen, Äußerungen, die deinem Unternehmen schaden könnten, sind in jedem Fall zu unterlassen. Die Grenze zwischen privat und beruflich verschwimmt immer mehr, das Internet ist jedoch kein rechtsfreier Raum.

Gemeinsam mit Judith führe ich beim ÖPWZ das Training Online-Recruiting – was ist möglich und was ist erlaubt durch.

Bedenke die Möglichkeiten, aber auch die rechtlichen Grundlagen beim Einsatz von Social Media damit Recruiting wieder einfach wird.

 

Herzliche Grüße,
Claudia 

 

PS. Recruiting Insider bekommen nicht nur 1 x pro Monat ein Fach-Coaching, sondern auch Vorlagen für Social Media-Recruiting, damit Recruiting für wieder einfach wird.

5 gruselige Recruiting Videos

Recruiting Videos sind eine tolle Sache, wenn sie den Nerv der Zielgruppe treffen. Allzu oft schießen die kreativen Auftraggeberinnen aber über das Ziel hinaus und vergessen: der Grat zwischen komisch und peinlich ist schmal, sehr schmal. In Deutschland gibt es aktuell die Videoreihe „Ehrenpflegas“, die vor allem auf Twitter regelrecht zerpflückt wird. Im Laufe der Zeit ändert sich nicht nur die Mode, auch die technischen Möglichkeiten und das Medienkonsumverhalten haben sich in den letzten Jahren geändert. 

Film Photography GIF by 3KOMMA3 Medienproduktion

Viele Recruiting Videos, die wir heute wohl „peinlich“ nennen würden, sind mittlerweile von den auftraggebenden Unternehmen auf YouTube gelöscht worden. Aber nicht alle (und außerdem vergisst das Internet ja nichts), daher habe ich hier – passend zu Halloween fünf schaurige Recruiting-Videos für dich zusammengestellt.

 

1. Ehrenpflegas

 

2. Dilettantische Rekrutenwerbung des österreichischen Bundesheeres

Hier geht es zum YouTube Video.

 

3. Bist du Österreichs Superpraktikant

Hier geht es zum YouTube Video.

 

4. LMF Lehrlingsbewerbungs-Rap 2014

Hier geht es zum YouTube Video.

 

5. Der Traumjob, von dem du als Kind nie geträumt hast.

Hier geht es zum YouTube Video.


Außer Konkurrenz hier noch das
Twitter Recruiting Video, das andere Recruiting Videos auf die Schaufel nimmt. 

Einen Vorteil haben peinliche Recruiting Videos: die Wahrscheinlichkeit, dass das Video viral wird ist ungleich höher als bei anderen. 😉

Ob dein Video peinlich oder ansprechend ist, entscheidet übrigens alleine Zielgruppe. Du solltest sie daher bei der Erstellung am besten mitreden lassen damit Recruiting wieder einfach wird.

 

Herzliche Grüße,
Claudia 

Nächste Woche geht es um Social Media Recruiting und das Recht. Das möchtest du nicht verpassen? Werde jetzt gleich Recruiting-Insider und du erhältst einmal im Monat alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt in dein Postfach – damit Recruiting für dich wieder einfach wird.

Mit Instagram Reels zu mehr Reichweite im Recruiting

Social Media Recruiting bedeutet, soziale Medien zu nutzen, um auf dein Unternehmen als Arbeitgeberin oder auf Jobmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Für viele Funktionen reicht es nicht mehr aus, nur auf einer Jobplattform zu veröffentlichen und darauf zu hoffen, dass sich möglichst die richtigen Bewerberinnen melden (post and pray hat ausgedient, das habe ich schon oft erwähnt). Der größte Vorteil, den Social Media Recruiting bietet ist, dass nicht nur aktive Jobsuchende deine Beiträge sehen können, sondern wesentlich mehr Menschen. Im Online Marketing spricht man hier von „Reichweite“. 

Social Media Plattformen wie Instagram bringen regelmäßig neue Features heraus, die du auch im Recruiting unbedingt einsetzen solltest. Warum? Der Einsatz neuer Features bringt dir meist mehr Reichweite – sieh es als eine Art Belohnung. Seit einigen Tagen ist Reels – das neue Instagram Format – auch in Österreich verfügbar. Es gibt also eine weitere Möglichkeit, deine Aktivitäten hinsichtlich Recruiting oder Employer Branding auf Social Media zu teilen. 

Was ist Instagram Reels?

Reels bietet dir die Möglichkeit, unterhaltsame Videos mit deinen Freunden und anderen Instagram-Nutzern zu teilen. Du kannst 15-sekündige Multi-Clip-Videos aufnehmen und mit Ton, Effekten und neuen Kreativtools bearbeiten. Du kannst Reels im Feed mit deinen Abonnenten teilen, und wenn du ein öffentliches Konto hast, kannst du sie über einen neuen Bereich in Explore auch der gesamten Instagram-Community zeigen. Über Reels im Explore-Tab haben alle die Möglichkeit, ein Creator auf Instagram zu werden und auf der ganzen Welt ein neues Publikum zu erreichen.“ – so lautet die Erklärung aus erster Hand, dem Instagram Produkt Blog. Reels erinnert stark an TikTok

Instagram Reel Sticker by Social With Rashi

Wie kreierst du Instagram Reels?

Die einfachste Vorgehensweise ist, ein 15-sekündiges Video aufzunehmen und bei der Veröffentlichung die Funktion „Reels“ auszuwählen. Du kannst dein Video auch etwas aufwendiger gestalten. Anstatt ein komplettes Video auf einen Schlag aufzunehmen, kannst du verschiedene kleine Clips aufnehmen und aneinanderreihen, damit sie ein ganzes Reel ergeben.

Im nächsten Schritt kannst du diese verschiedenen Optionen wählen: 

  • Musik: Wenn du auf die Note drückst erscheint eine große Datenbank an verschiedenen Liedern. Hier kannst du dir ein Lied für dein Reel aussuchen. Es kann sein, dass dieser Button für dich noch nicht freigeschalten ist. In diesem Fall solltest du ein Update machen. Falls ein Update das Problem nicht lösen sollte, könnte es sein, dass Instagram Musik deinem Konto nicht zur Verfügung steht. Du kannst dir dann eine andere kreative Lösung einfallen lassen z.B. könntest du eine eigene Audio erstellen und diese dann für dein Reel verwenden. 
  • Tempo: Bei diesem Button kannst du die Geschwindigkeit deines Videos bestimmen. Du kannst entweder das Tempo beschleunigen oder verringern. 
  • Effekte: Sobald du auf den Button klickst, siehst du unten die verschiedenen Effekte aufleuchten. Hier kannst du aus einer großen Anzahl an Effekten, den richtigen für dein Reel wählen. 
  • Timer: Du kannst einen Timer einstellen und selbst bestimmen, wann deine Aufnahme starten soll. Das ist eine tolle Option, falls du gerne Videos freihändig aufnimmst. 

Schau dir doch mein Instagram Profil an, da habe ich das für dich natürlich schon getestet. 

Welchen Inhalt könntest du nun mit einem 15 Sekunden Video transportieren, der auch im Recruiting weiterhilft? Hier meine drei Tipps für dich, die du sofort umsetzen kannst: 

  • 3 Gründe, warum dieser Job richtig cool ist 
  • 3 Informationen, wie der Bewerbungsprozess bei euch aussieht 
  • 5 Jobs, die aktuell bei euch zu besetzen sind 

Deiner Phantasie sind natürlich keine Grenzen gesetzt. Lass dich von anderen Accounts inspirieren und probiere aus, was gut ankommt. Ausprobieren ist in diesem Zusammenhang mein wichtigster Rat an dich – setze nicht auf Perfektion sondern leg einfach mal los. 

Bisher gab es in meinem Social Media Recruiting Bootcamp für alle Teilnehmerinnen immer eine Foto-Challenge. Vielleicht steigere ich das jetzt und wir machen ein Video. 😉

Hast du Instagram Reels schon für Recruitingzwecke ausprobiert? Lass es mich wissen, am besten schick mir gleich den Link zu deinem Account 

Setze auf neue Features der sozialen Medien damit Recruiting wieder einfach wird. 

Herzliche Grüße
Claudia 

Nächste Woche geht es um das Thema Benefits. Das möchtest du nicht verpassen? Werde jetzt gleich Recruiting-Insider  und du erhältst einmal im Monat alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt in dein Postfach – damit Recruiting für dich wieder einfach wird.