Dresscode für Recruiterinnen

Feb 24, 2017 | Employer Branding, Recruitingpraxis

In jedem Bewerbungsratgeber finden sich unzählige Tipps zum Dresscode für Bewerbungsgespräche. Natürlich richten sich diese immer an die Personen, die sich bewerben. Für Bewerberinnen gibt es zahlreiche Ratgeber, Bücher, Artikel, Blogbeiträge und auch Pinterest Seiten, die sich damit beschäftigen „wie man bei einem Vorstellungsgespräch“ angezogen zu sein hat. Und wo bleiben die Styleguides oder Dresscode Vorgaben für alle, die im Recruiting tätig sind?

Eine Nachbarin von mir ist Flugbegleiterin bei einer österreichischen Fluglinie. Wenn ich sie in ihrem „Arbeitsoutfit“ sehe, weiß ich immer, dass sie gerade am Weg zum oder vom Job ist. Und natürlich denke ich in erster Linie nicht daran, sondern verbinde das mit der Fluglinie (meistens denke ich kurz darüber nach, wohin ich jetzt gern fliegen möchte, auf Urlaub versteht sich). Wenn ich sie das nächste Mal sehe, frage ich einmal nach, ob sie in ihrem „Berufsoutfit“ (was für ein schöner Name, klingt viel netter als Uniform oder?) auch schon einmal auf einer Karrieremesse war.

Ich habe auf zahlreichen Karrieremessen in ganz Österreich die Unternehmen, in denen ich tätig war, vertreten. Und ich gestehe: wir hatten keinen Dresscode, zumindest war er nicht schriftlich festgehalten. Es gab nur ein Übereinkommen: die schwarzen Kostüme und Hosenanzüge der Frauen sowie die blauen, grauen oder schwarzen Anzüge der Männer bleiben im Schrank. Wir kleiden uns so, wie wir auch im Job angezogen sind.

Guter Ansatz aber ich würde noch einen Schritt weiter gehen:
Zu einer Karrieremesse empfehle ich unbedingt, Kolleginnen und Kollegen aus dem Business mitzunehmen. Und für diese sollte es auch einen Dresscode geben. Damit meine ich nicht, wie zum Beispiel bei Hochzeiten oder Events üblich so etwas wie Casual oder Smart Casual sondern ganz konkrete Vorgaben orientiert an den Funktionen, für die man als Austeller bei einer Karrieremesse teilnimmt.
Im Businessbereich gibt es unterschiedliche Zugänge zur „Kleiderordnung“:

Wer einen Handwerksberuf ausübt oder in der Fabrik am Fließband steht, muss sich bei seiner Kleiderordnung weniger nach den Ausführungen des Herrn Knigge richten, als nach den für seinen Beruf geltenden Sicherheitsvorschriften. Dazu kann ein Blaumann gehören, Sicherheitsschuhe, Gehörschutz oder ein Helm.
Der Dresscode nach Knigge ist für Büroangestellte, Bankangestellte oder Versicherungsangestellte gedacht. Er dient nicht der Sicherheit, sondern der Repräsentation. Um die Seriosität und den gehobenen Anspruch eines Unternehmens zu verdeutlichen, ist ein standesgemäßes Auftreten unabdingbar.
Quelle: http://www.dresscode-guide.de/buerokleidung/business-casual.php

Berufsbekleidung ermöglicht beispielsweise in Gaststätten die Unterscheidung zwischen Kellner und Gast, wie sie auch den Bahnangestellten als Ansprechpartner ausweist oder einen Militärangehörigen durch seine Uniform.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kleiderordnung

Ich kann mich nicht erinnern, bei all den Karrieremessen, die ich als Recruiterin besucht habe, jemals eine Person in Arbeitskleidung gesehen zu haben. Also mit Sicherheitsschuhen oder Overall oder im Verkaufsoutfit von diversen Handelsketten. (Fast) alle Vertreterinnen von Unternehmen waren im schwarzen, grauen oder blauen (Hosen-)Anzug. Manche ohne Krawatte und manche mit einer Krawatte oder einem Tuch in der jeweiligen CI Farbe. Das ist ein guter Anfang, allerdings könnte es mehrere Unternehmen geben, die blau, orange oder pink in ihrer CI haben. Und die Nuancen kann das ungeübte Auge wohl nicht erkennen.
Mehr Mut also bei der Wahl des Outfits für Karrieremessen. Nein, es geht gar nicht um Mut. Es geht um Authentizität. Wir wollen immer, dass die Bewerberinnen authentisch sind, aber wäre es nicht schön, auch im Rahmen von Messen ein authentisches Bild zu vermitteln? Also wenn der Job eine Uniform, Berufskleidung oder ähnliches verlangt, dann kann das doch hergezeigt werden. Und wenn der Job verlangt, dass man im Kostüm oder Anzug mit Krawatte auftritt, dann kann das auch sichtbar gemacht werden.
Hier kommt eine Mini-Checkliste für die nächste Karrieremesse:

o    Kolleginnen und Kollegen aus dem Business mitnehmen und das Outfit an die
o    die Corporate Identity
o    und die gesuchte Funktion (=Zielgruppe)

anpassen, und so gleich noch für einen höheren Wiedererkennungswert zu sorgen. Außerdem unterstützt die entsprechende Kleiderwahl Voraussetzungen für Recruiting auf Augenhöhe.

Nicht immer und nicht überall wird das so einfach und eindeutig gelingen. Je nach Branche und Unternehmen kann das natürlich eine Herausforderung darstellen.

Bei meinen Kolleginnen und mir ist das zum Beispiel so ein Fall. Bei Events sind wir sicherlich anders gekleidet, wie wenn wir den ganzen Tag einen Workshop abhalten, wenn wir Gespräche mit Bewerberinnen für unser HR Karrierecenter führen oder wir einen „Office Tag“ völlig ohne Termine haben. Ach so und im Home Office schaut das ganze vielleicht noch anders aus.

Bei uns gilt übrigens immer, „zeigen Sie Profil“ und kommen Sie so, wie Sie sich wohl fühlen.
Ich habe nicht vor, die Profession zu wechseln und künftig Outfit und Styling Beratung für Recruiterinnen anzubieten (ich könnte das zwar, aber das ist eine völlig andere Geschichte ;-). Es stehen aber auch heuer wieder jede Menge Karrieremessen an, wo Sie Ihrer Zielgruppe zeigen können, wie es ist, ein Teil des Teams zu werden.

Uns treffen Sie auf jeden Fall im April auf der Teconomy in Linz. Und so viel können wir schon verraten – unser Outfit steht noch nicht fest 😉 kommen Sie vorbei und machen Sie sich selbst ein Bild!

Herzliche Grüße
Claudia

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