Warum die besten Interview Skills und Active Sourcing nichts bringen

Apr 17, 2015 | Events

 
3 Themen in 3 Stunden statt 2 Minuten 2 Millionen – mein Teilnahme an der Austrian HR WebConferece
Am 16.04.2015 hat die offizielle Xing Experten-Gruppe „Austrian HR Xperts“ gemeinsam mit HRnetworx zur  „Austrian HR WebConference“ eingeladen. Die angebotenen Webinare dauerten jeweils 45 – 60 Minuten und hatten unterschiedliche HR Themen zum Inhalt.
Ich bin persönlich ein großer Fan von Webinaren! Man kann sich Inputs und Anregungen holen, muss nirgendwo hinfahren und braucht keine besondere Ausstattung für die Teilnahme. Ist der Vortrag doch nicht so spannend wie erwartet kann man sich einfach wieder ausklinken oder nebenbei etwas anderes arbeiten (oder einen Blogbeitrag schreiben oder so ;-). Schade ist natürlich, dass man sich mit den anderen Teilnehmerinnen nicht austauschen kann und dass die Kommunikation eher one way funktioniert. Aber Tjalf Nienaber hat als Moderator ein paar Umfragen eingebaut, sodass wir auch interaktiv etwas beitragen konnten und es wurden mittels der Chatfunktion auch immer wieder Fragen gestellt.
Ich hatte nicht die Zeit, einen
ganzen Tag an den angebotenen Webinaren teilzunehmen und es waren auch nicht alle Themen interessant für mich. Ich habe daher (gemeinsam mit 220 – 320 anderen Personen, zum überwiegenden Teil Inhouse Recruiterinnen, ca. 1/3 Personaldienstleisterinnen und 1/3 in anderen Funktionen)  an 3 Webinaren teilgenommen nämlich
  • Candidate Journey
  • Recruiting & Interview Skills
  • Active Recruiting
Inhaltlich habe ich diesmal leider nicht viel Neues gehört aber bin zum Teil in meiner Arbeit bestätigt worden (was ja auch mal fein ist).
Es gibt auch vieles, wo ich den Referentinnen durchaus zustimme, aber einige Punkte sehe ich doch anders als die Vortragenden. Am meisten hat mich die Aussage „Es ist wichtig ein positives Arbeitgeberimage aufzubauen“ gestört. Damit kann ich leider so gar nichts anfangen.
Ich komme ja ursprünglich aus dem Bereich „PR & Marketing“ und kann Imageaufbau schon einiges abgewinnen. Aus meiner Sicht geht es aber darum, ein authentisches Image zu transportieren und nicht ein „positives“. Was heißt das denn überhaupt? Was für die eine ein Vorteil und dadurch positiv ist, sieht jemand anderer als Nachteil und somit negativ an. In jedem Unternehmen gibt es Rahmenbedingungen, die nun mal vorhanden sind. Die schönzureden, damit man ein „positives“ Image aufbaut macht keinen Sinn. Viel wichtiger ist es doch, Mitarbeiterinnen zu finden, die damit umgehen können oder die das vielleicht sogar als Vorteil sehen. Andernfalls sind Recruiterinnen permanent damit beschäftigt diverse Positionen nach zu besetzen und haben keine Zeit mehr für andere Themen wie Candidate Experience Management oder Active Sourcing.
Dies bringt mich bereits zur Kernaussage der Webinare und hier kann ich absolut zustimmen: auch im Recruiting gewinnt die Individualisierung immer mehr an Bedeutung. Recruiterinnen und Führungskräfte werden bezogen auf den Bewerberinnenmarkt immer mehr zu den Aushängeschildern der Unternehmen in denen sie tätig sind.
Vor einigen Jahren haben wir im Recruiting alles unternommen, um es den Bewerberinnen so schwer wie möglich zu machen. Langwieriges Ausfüllen von Onlineformularen, keinerlei Möglichkeit zur Kontaktaufnahme bei Fragen, Gesprächstermine wurde vergeben und nicht koordiniert. Keine Lust 20 Minuten (im besten Fall, meist eher mehr) ein Formular zu befüllen (mit Angaben, die sowieso im Lebenslauf zu finden sind), keine Zeit zum angegebenen Termin? Schade, vielleicht beim nächsten Mal! Natürlich überzeichne ich jetzt ein klein wenig aber die Tendenz ist klar.
Viele Bewerberinnen berichten mir, dass es immer noch Unternehmen gibt, wo sie als Bittstellerinnen auftreten müssen und wo schon der Bewerbungsprozess mit einem ziemlichen Aufwand verbunden ist. Und dies bringt mich zum Resümee meiner 3 Themen in 3 Stunden Webinar Erfahrung: Active Sourcing und die besten Interviewskills bringen nichts wenn die Candidate Journey im Sande verläuft!
Vielleicht eine gute Ausgangsbasis wenn Sie gerade darüber nachdenken, den Bewerbungsprozess neu aufzusetzen!
Herzliche Grüße Claudia

2 Kommentare

  1. Liebe Claudia,
    erst einmal toll, dass Du einen Blog ins Leben gerufen hast und vielen Dank für Deinen Artikel! Ich konnte leider wegen einem externen Seminar nicht den Webinaren folgen aber ich möchte Dir aus meiner Erfahrungswelt gerne in Deiner Argumentation "Das Unternehmensimage authentisch transportieren" beisteuern. Sicherlich muss man bei schwierigen Unternehmensreputationen nicht mit der Tür ins Haus fallen – aber in der Regel lässt sich das bei Gesprächen mit den Firmen immer herleiten wie es dazu gekommen ist und das trifft auch bei Kandidaten auf fruchtbaren Boden. Zu jedem Töpfchen das passende Deckelchen und nichts ist schlimmer als ent-täuschte Kandidaten vor sich zu haben, den man die Sonne am Himmel versprochen hat. Tolle Zusammenfassung und weiterhin viel Erfolg bei Deiner Arbeit – ich freue mich mal wieder von Dir zu lesen! Toi, toi, toi!

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  2. Liebe Nicole,
    vielen Dank für deinen Kommentar und ich sehe das ganz gleich: nichts ist schlimmer als enttäuschte Kandidatinnen! Bis bald
    Liebe Grüße Claudia

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