Talent Relationship Management

Talent Relationship Management ist aktuell für die meisten Recruitingverantwortlichen eine der größten Herausforderungen. Wie kommt man in Kontakt, wie bleibt man in Kontakt und vor allem, wie managed man dann diese Kontakte? Suchmethoden und Tools sorgen dafür, dass wir relativ schnell Kontaktdaten finden können, die DSGVO sorgt dafür, dass wir diese nicht unendlich speichern und verwenden dürfen. Was also tun?

Lösungen bietet myVeeta. Das Unternehmen aus Österreich agiert dabei an zwei Fronten: Auf der einen Seite werden gezielt Menschen angesprochen, sich im Talentenetzwerk von myVeeta zu registrieren, auf der anderen Seite können Unternehmen mit myVeeta ihren Talentepool füllen und – aus meiner Sicht eine der wichtigsten Funktionen – mit diesen in Kontakt bleiben.

Ich habe Jan Pichler, Gründer und CEO von myVeeta getroffen und ihm ein paar Fragen gestellt. Er kommt ursprünglich aus der IT und dem Online Marketing und beschäftigt sich seit einigen Jahren mit Talent Relationship Management. Sein Ziel ist es, den langfristigen Kontakt zwischen Unternehmen und Talenten mithilfe moderner Technologien und Sozialer Netzwerk-Ansätze so einfach wie möglich zu machen.

Was ist myVeeta, worin unterscheidet es sich von einem Recruitingsystem?
myVeeta ist ein Online-Service, mit dem sich Unternehmen sehr einfach eine eigene Talent-Pipeline aufbauen können. So bleiben sie mit möglichen zukünftigen Mitarbeitern wie Praktikanten, Studenten oder abgesagten Bewerbern langfristig in Kontakt, und können ihnen so Jobangebote machen oder individuelle Informationen und Angeboten senden. Recruitingsysteme sind für Unternehmen eine unverzichtbare Unterstützung bei der Abwicklung von Bewerbungsprozessen. Aber den Kontakt mit interessanten Talenten halten, und mich mit ihnen auf Augenhöhe austauschen – z. B. über SMS oder WhatsApp – kann ich damit nur sehr begrenzt. Deswegen macht es viel Sinn, ein Recruitingsystem mit einem geeigneten Talent Relationship Management System – wie myVeeta – zu kombinieren.“

Wie kommen Talente in ein Talentenetzwerk?
„Jedes Unternehmen füllt sein Talentenetzwerk selbst. Die meisten unserer Kunden laden beispielsweise interessierte Schüler und Studenten, ehemalige Praktikanten und Mitarbeiter, abgesagte Bewerber sowie Besucher ihrer Karriere-Webseite in ihr Talentenetzwerk ein. Die Registrierung ist meist sehr einfach, deswegen melden sich viele dieser eingeladenen Talente auch wirklich an.“

Wie komme ich als Recruitingverantwortliche an diese Daten?
Die Talente in meinem Talentenetzwerk suche ich mit einer eigenen Online-Oberfläche, die von der Bedienung stark an eine Hotel- oder Flug-Suche erinnert. Trivago für Talente sozusagen. Damit findet man die gewünschten Talente üblicherweise sehr rasch, selbst in großen Talentenetzwerken. Diese Talente kann man dann direkt aus myVeeta kontaktieren, via WhatsApp, SMS oder E-Mail – je nachdem, welchen Kanal sich das jeweilige Talent ausgesucht hat. Mittlerweile möchten übrigens schon 68 % der Talente per WhatsApp oder SMS kontaktiert werden – Tendenz steigend!“

Übernimmt myVeeta die Kommunikation mit meinen Talenten?
Teilweise. Die inhaltliche Kommunikation mit den Talenten – sei es nun ein Jobangebot oder die Einladung zu einer Veranstaltung – kommt natürlich immer vom jeweiligen Unternehmen. myVeeta springt nur dann ein, wenn der Lebenslauf eines Talents zu veralten droht: Hat ein Talent seinen Lebenslauf länger nicht aktualisiert, erhält es eine kurze, persönliche Nachricht von myVeeta. Und kann sehr einfach – mit einem Klick direkt in der Nachricht – angeben, ob bzw. was sich an seinem Lebenslauf geändert hat. So sparen die Unternehmen viel Arbeit, denn die Lebensläufe in ihrem Talentenetzwerk bleiben immer aktuell, ohne dass sie selbst ihre Talente laufend dazu motivieren müssten.“

Ist myVeeta auch für ein internationales Talentenetzwerk geeignet?
Ja, momentan ist myVeeta durchgängig auf Deutsch und Englisch verfügbar, weitere Sprachen können bei Bedarf sehr einfach ergänzt werden. Internationales Talent Relationship Management wird übrigens immer wichtiger, weil schwierige Stellen immer öfter mit qualifizierten Arbeitskräften aus dem Ausland besetzt werden müssen.“

Was mir Jan noch verraten hat, ist das es schon Schnittstellen zu einigen Bewerbungsmanagement-Systemen gibt. Das ist für Recruitingverantwortliche sicher hilfreich. Wer ein Beispiel sehen möchte, wie man myVeeta einsetzen kann, hat hier die Möglichkeit dazu.
Meine Conclusio: Mit der richtigen Kommunikationsstrategie und dem Einsatz einer DSGVO-konformen Lösung kann Talent Relationship Management sehr gut funktionieren und im Recruiting unterstützen.

Von der Theorie in die Praxis
Für alle Interessierten veranstalten wir am 22. Mai um 10:00 Uhr ein gemeinsames Webinar, wo wir das Thema „Talent Sourcing“ beleuchten. Anmeldung ist ab nächster Woche direkt über myVeeta möglich, ich werde natürlich auf Facebook noch entsprechend informieren.
Wem das alles zu wenig ist und wer mehr darüber wissen möchte, wie Talent Relationship Management in der Praxis funktioniert, für den habe ich gemeinsam mit myVeeta einen Workshop designed:

Talent Relationship Management in der Praxis 
Von 09:00 bis 17:00 Uhr geht es am 12.06.2019 im Talentgarden (wo sonst) 😉 in Wien um folgende Inhalte: 

  • Wie definiere ich meine Zielgruppe? (Candidate Persona)
  • Wie erreiche ich meine Zielgruppe? (Touchpoint Analyse)
  • Wie kontaktiere ich meine Talente? (Sourcing & Co)
  • Wie bleibe ich mit meinem Talentepool in Kontakt? (Einsatz von myVeeta)

Interessierte melden sich einfach bei mir oder Julia von myVeeta.

Herzliche Grüße
Claudia

PS: Nächste Woche berichte ich über Möglichkeiten im Social Media-Recruiting abseits von Facebook & Co. Das möchten Sie nicht verpassen? Newsletter abonnieren, Recruiting-Insider werden und 1 x monatlich alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt ins Postfach erhalten; oder per RSS Feed und Social Media am Laufenden bleiben – damit Recruiting wieder einfach wird.

Sourcing Summit 2019 – meine 3 Learnings und Sourcing Challenge

Der Sourcing Summit ist der Place to be für alle, die bereits länger sourcen oder erst gestartet haben. Nirgendwo sonst nimmt man in zwei Tagen so viele Inputs, Tipps und Hacks mit, die man im Active Sourcing einsetzen kann. Zum 3. Mal hat der Sourcing Summit nun in Deutschland stattgefunden, ich war zum 2. Mal dabei, diesmal als Ambassador. Hier meine drei Learnings für alle, die nicht dabei sein konnten. 

Bevor ich meine Learnings weitergebe, kurz zum Summit als Veranstaltung: Bravo, Gratulation und meine Hochachtung an das Organisationsteam, allen voran Barbara Braehmer, die Sourcing Queen aus Deutschland und ihr Team und natürlich an Phil Tusing, der das Format 2011 in Australien etabliert hat und mittlerweile Sourcing Summits auf der ganzen Welt veranstaltet.

Ein besonderes Highlight war die Event-App Whova: Ich habe sie schon bei der Vorbereitung verwendet, nämlich zur eigenen Programmgestaltung, zum Netzwerken und sogar live bei der letzten Session, wo sich eine (aufgrund mehrerer Krankheitsfälle) sehr spontan zusammengestellte Gruppe der Diskussion Meinungsbild und Erfahrungsaustausch: Praktische Kombination von Sourcing mit Recruiting, Employer Branding und Talent Akquisition“ widmete. Moderator Jan Kirchner hat unsere Fragen direkt aus der App an die Diskussionsrunde weitergegeben. Großartig, dass die Sessions mit einem Farbcode hinterlegt waren und man nach Beginner Level und Advanced Level filtern konnte. Außerdem waren auch die Räume mit einem Farbcode versehen.

Alle Vorträge/Sessions wurden auch gefilmt und den Teilnehmerinnen zur Verfügung gestellt. Das ist super, denn natürlich gab es immer wieder Überschneidungen. So musste ich mich zwar vor Ort entscheiden, kann aber die anderen interessanten Sessions nachholen. Josef Kadlec vergleicht den Sourcing Summit mit Open Source, denn hier passiert Knowledge Sharing. Besser könnte ich das auch nicht ausdrücken. 😉 Klick um zu Tweeten

Meine wichtigsten Learnings vom Sourcing Summit 2019

  1. Sourcing darf nicht als gesonderte Funktion gesehen werden.
    Erfolgreiches Sourcing benötigt nicht nur Tools und Skills, es ist wichtig, dass alle Recruitingverantwortliche – also HR und Hiring Manager und im Idealfall eigentlich alle Mitarbeiterinnen – wissen, was unter Sourcing im jeweiligen Unternehmen verstanden wird und alle müssen das mittragenMindset Shift ist gefragt! 
  2.  Sourcing ist try and error.
    Ja, es gibt unzählige Tipps und Tricks, aber nicht immer funktioniert alles bei jedem. Es gibt rechtliche Grenzen (oder vielleicht Graubereiche), 😉 es gibt zielgruppenspezifische Unterschiede und es gibt Änderungen, mit denen wir leben müssen. So hat XING zum Beispiel die Boolsche Suche für Premium-Mitglieder abgeschafft (es gibt trotzdem noch Möglichkeiten, XING für Active Sourcing zu nutzen).  
  3. Tools einsetzen, die vielleicht gar nicht für Sourcing gedacht sind.
    Egal ob bei der Identifikation, in der Ansprache oder im Beziehungsmanagement: Am Markt sind sehr viele Tools, die unterstützen können. Ausprobieren und vertraut machen, entscheiden, womit man arbeiten kann und will, das gilt für alle Sourcer. 

Am Abend des 1. Tages gab es wieder eine Sourcing Challenge, an der ich gemeinsam mit vier anderen Sourcing-Expertinnen teilgenommen habe. Und was soll ich sagen, genau der Fall (drei waren gefragt), der uns einfach erschienen ist, den konnten wir nicht schnell genug lösen.

Für alle, die sich weiterführend mit Sourcing auseinandersetzen wollen, habe ich noch folgende Empfehlungen: 
Setzen Sie sich einmal wirklich mit dem Thema auseinander und hinterfragen Sie, ob Sourcing die richtige Maßnahme ist. Im nächsten Newsletter (Anfang Mai) für Social Media Recruiting-Insider gibt es eine ausführliche Zusammenfassung der lehrreichsten Vorträge mit einigen Praxistipps; wer den Newsletter noch nicht abonniert hat, sollte das am besten JETZT nachholen.

Außerdem hat Barbara Braehmer ein Buch auf den Markt gebracht, das heute erscheint: Praxiswissen Talent Sourcing: Effiziente Kombination von Active Sourcing, Recruiting und Talent Management (Haufe Fachbuch)*, davon verlose ich ein Exemplar an die Person, die jetzt auf den Geschmack gekommen ist und mir als erstes die Lösung der Sourcing Challenge schickt: 
Gesucht wird eine Person aus Österreich, die aktuell als Marketing Manager arbeitet und davor als HR Manger tätig war.
Wen suche ich? Link zur Person an mich schicken, wer mir als erstes die richtige Person nennt, dem schicke ich eine Ausgabe! 
Falls Sie wissen möchten, wie Sie Kandidatinnen mit Ihrer Ansprache ganz sicher vergraulen, dazu habe ich schon 2015 ein „Praxisbeispiel“ gebracht. 😉
Ich werde 2020 ganz sicher wieder beim Sourcing Summit dabei sein und ich hoffe, das sich noch ein paar mehr Teilnehmerinnen aus Österreich finden.

Herzliche Grüße
Claudia

PS: Demnächst erwartet Sie ein Interview mit Jan Pichler von myVeeta. Wenn Sie Fragen haben zum Thema Talent Relationship Management, dann lassen Sie es mich wissen! Den Blogbeitrag möchten Sie nicht verpassen? Newsletter abonnieren, Recruiting-Insider werden und 1 x monatlich alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt ins Postfach erhalten; oder per RSS Feed und Social Media am Laufenden bleiben – damit Recruiting wieder einfach wird.

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TALENTpro 2019 – meine 3 Learnings

TALENTpro Expofestival – so lautet der korrekte Titel der TALENTpro 2019 in München. Schon 2018 war die TALENTpro ein Mix aus Messe, Kongress, BarCamp und Festival – von allem etwas aber inhaltlich ganz klar ausgerichtet auf Recruiting, Talentmanagement und Employer Branding. Ich war auf Einladung und als Vortragende von digital-recruiter dabei und habe nicht nur selbst zwei Vorträge gehalten, sondern  für alle, die nicht vor Ort sein konnten, meine Highlights dokumentiert. 

Eine Besucherin hat gemeint: „Es ist so vielfältig, laut und eindrucksvoll – Festival eben“, dem kann ich mich nur anschließen. Diesen Titel hat die TALENTpro wirklich zu recht. Bunt und vielfältig waren nicht nur die Ankündigungsplakate, sondern auch die Gestaltung der gesamten Zenith Halle. Foodtrucks, Kühlschränke mit gratis Wasser und viele Ausstellende, die Kaffee angeboten haben – die kulinarische Versorgung war tadellos. Musik hat die Stimmung immer wieder aufgelockert, ein Superman auf Stelzen ist durch die Halle marschiert und war genau so ein beliebtes Fotomotiv wie die das Monster. Hier tanzt es sogar. 😉

 


Vieles war sehr gut organisiert und durchdacht, die Schirme, die zur Verfügung gestanden sind, die Ladestationen für Handys und
mehrere Chill-out-Lounges zum Ausruhen zwischendurch. 
Optimierungsbedarf gibt es beim Messestandbau, es haben sich leider immer wieder Teile der Stände „verabschiedet“, so wurde permanent irgendwo geklebt und gehämmert, das Garderobenkonzept hat gleich in der Früh für einige Irritationen gesorgt und es gab auch Technik-Ausfälle, aber das gehört zu so einer Veranstaltung ja irgendwie dazu.

Großartig, dass so viele tolle Speaker da waren, leider waren immer mehrere Vorträge zeitgleich. Das bedeutet einerseits, dass man sich immer entscheiden musste, und andererseits (und das ist leider auf allen Fachveranstaltungen das größte Problem), dass sich die Vortragenden quasi duellieren. Genau gegenüber von der digital recruiter-Bühne war der LinkedIn-Stand, wir haben zeitgleich gesprochen und meine Zuhörerinnen wurden von zwei bis drei Seiten beschallt. Viele Besucherinnen haben nach einem ausgedruckten Programm gefragt, wo man sich einfach die gewünschten Vorträge markieren kann (die Digitalisierung hat eben ihre Grenzen). 😉

Das Programm war so vielfältig, dass es schwierig war, den Überblick zu behalten. Spezielle Angebote gab es für die Zielgruppen Hotellerie und Public SectorIch war leider bei keinem Vortrag vom Anfang bis zum Ende dabeiDas nehme ich mir für nächstes Jahr fest vor, mir vorab ein Programm zusammenzustellen und auch selbst wieder Impulse zu erhalten. Die TALENTpro wurde umrahmt von PreEvents und einer After Show, ich gestehe, das habe ich zeitlich nicht geschafft und wäre mir auch zu viel gewesen. Zwei Tage voller Inputs, Impulse und unzähligen Gesprächen, da tut es gut, sich am Abend ins Hotelzimmer zurückziehen zu können.

 


Letztes Jahr habe ich mich 
schon über Ausstellerinnen und Besucherinnen aus Österreich sehr gefreut, München ist ja nicht so weit weg. Auch heuer waren wieder viele vertreten, zum Beispiel hokifymyVeetaJoinvisioneRecruiterPrescreenFirstbirdwhatchado. Nachdem die Zukunft Personal 2019 abgesagt wurde, ist die TALENTpro im Frühjahr 2020 sicher für viele eine Alternative.
Im Gegensatz zur ersten Veranstaltung 2018 war die TALENTpro heuer 2-tägig. Ich persönlich habe die Verdichtung an einem Tag sehr geschätzt, viele Ausstellerinnen haben mir das auch gesagt. Die zahlreichen Vorträge waren natürlich überschneidend und da es immer um die Themen Recruiting und Talentmanagement geht, haben einige Besucherinnen auch das Gefühl, sie haben vielleicht etwas verpasst. Laut Veranstalter waren letztes Jahr übrigens 1305 Besucherinnen da und heuer 1669. Die Anzahl der Ausstellerinnen hat sich allerdings deutlich erhöht.

Meine 3 Learnings von der TALENTpro 

  1. Google ist auf dem Vormarsch
    Alle Vorträge, die die Begriffe Google und/oder Retargeting im Titel hatten, waren sehr gut besucht. Just an dem Tag kam die Meldung, Google for Jobs startet ab sofort in Deutschland. Die einen lässt das übrigens ziemlich kalt, andere meinen, das wird die Jobsuche radikal verändern
  2. Derzeit sprießen noch fast täglich neue Jobbörsen (wie Schwammerl im Wald) aus dem Boden.
    Der Markt der Jobbörsen wird also größer und noch unübersichtlicher
    Auf der TALENTpro haben sich unzählige neue Jobbörsen, die meisten mit dem Fokus auf eine bestimmte Zielgruppe, präsentiert.
  3. Auch Sourcing war offenbar sehr gefragt
    Es waren Unternehmen vertreten, die Lösungen für das finden von Profilen haben, die das Sourcing von Profilen quasi übernehmen. Sourcing-Outsourcing also. Hier gibt es gleich noch einen Veranstaltungshinweis von mir: den Sourcing Summit im April, ebenfalls in München, ich bin heuer als Ambassador dabei und bin schon sehr gespannt auf neue Sourcing Hacks. 
Wer sich Inputs zu aktuellen Recruiting Trends und einen Überblick über aktuellen Softwarelösungen für Recruiting, Employer Branding und Talentmanagement schaffen möchte, der sollte die TALENTpro 2020 nicht verpassen. Klick um zu Tweeten

Herzliche Grüße
Claudia

PS: Vorfreude ist die beste Freude, deshalb hier das Thema von nächster Woche: Facebook Recruiting, denn dazu gibt es was Neues! Das möchten Sie nicht verpassen? Newsletter abonnieren, Recruiting-Insider werden und 1 x monatlich alle Beiträge (und mehr) gesammelt direkt ins Postfach erhalten; oder per RSS Feed und Social Media am Laufenden bleiben – damit Recruiting wieder einfach wird.

Sourcing Summit 2018 – meine Key Learnings

Den Sourcing Summit gibt es bereits seit 2011. Seither findet er nicht nur in Australien statt (von dort stammt der Gründer Phil Tusing), sondern weltweit. Da ich es 2017 nicht zum 1. Sourcing Summit in Deutschland nach Mainz geschafft habe, habe ich mir gleich nach Bekanntgabe des Termins für 2018 diesen im Kalender eingetragen und habe 2 Tage in München verbracht.

Mehr als 300 Personen aus der DACH-Region haben teilgenommen, davon nur eine kleine Anzahl aus Österreich (10 um genau zu sein). Das Speaker Line up war international besetzt, das Programm sehr dicht. Man hatte parallel jeweils die Auswahl aus drei Programmpunkten und das war wirklich schwierig, ich habe auf jeden Fall noch einiges verpasst. Die Agenda war vielfältig: Von den „Hindernissen semantischer Suchmaschinen“ über „Wie binde ich Manager in den Sourcing Prozess ein“ bis „Aufbau eines Sourcing-Teams in der Praxis“ und einer Sourcing Challenge – alles dabei! Mir (und einigen anderen) hat eine Abend Session und zwar das „Sourcing Lab“ sehr gut gefallen: ca. 100 Sourcer, die sich gegenseitig ihre Tipps und Tricks verraten, Fragen stellen und im direkten Austausch voneinander lernen!

Fotocollage vom Sourcing Summit 2018
Die Inhalte der Vorträge und Workshops, an denen ich teilgenommen habe, in einen Blogbeitrag zu packen ist schlichtweg unmöglich, aber ich habe hier meine Key Learnings zusammengefasst:
Den einen richtigen Active Sourcing-Weg gibt es nicht!

So unterschiedlich wie wir Menschen sind, so unterschiedlich sind die Active Sourcing Strategien, mit denen gearbeitet wird. Die einen schicken direkt eine Kontaktanfrage, die anderen lieber nur eine Nachricht. Eine schreibt kurz und knackig „das ist der Job – interessiert ja oder nein“ die andere möchte lieber einmal unverbindlich in Kontakt kommen. Die eine schickt niemals follow up Mails, die andere immer. Und das Schönste an der ganzen Sache: Alle sind erfolgreich! Jede auf ihre Weise, jede wie es ihr entspricht.

Active Sourcing hat viel mehr mit Persönlichkeit und Mindset zu tun als mit Tools.

Tools sind hilfreich und können uns Zeit ersparen, aber das Allerwichtigste ist unsere Persönlichkeit. Um erfolgreich zu sein, braucht es die richtige Einstellung und Emotion.

Tools es gibt unzählige am Markt.

Viele sind kostenfrei, manche kosten etwas, die meisten sind für die Identifikation von Profilen einsetzbar. Nicht alle sind DSGVO konform, daher am besten immer bei den Nutzungsvereinbarungen nachlesen. Wenn z.B. die Datenspeicherung unklar ist, dann ist meine klare Empfehlung: lieber Finger weg.

Die DSGVO bedeutet nicht das Ende von Active Sourcing!

Die DSGVO regelt, wie mit den Daten umgegangen wird, und hier gibt es keine Unterschiede zu Recruiting. Nach wie vor gelten die selben Regeln wo man ansprechen darf und wo nicht. XING, LinkedIn und andere Plattformen haben dies bereits berücksichtigt. Die Juristen sind nicht ganz einig, ob das tatsächlich ausreichend ist, ich bin hier zuversichtlich. Einer der Speaker hat gemeint: „I don’t care about GDPR“– dem würde ich mich nicht anschließen. 😉

Alle erfolgreichen Sourcer arbeiten mit Candidate Personas und verstehen das Business wirklich!

Die höchsten Response Raten und in weiterer Folge Einstellungen erzielen die Sourcer, die mit Candidate Personas arbeiten und/oder die Sourcer, die das Business wirklich gut kennen bzw. die Kolleginnen und Kollegen aus den Fachbereichen. HR ist in diesem Fall als Sourcer tätig, identifiziert passende Profile und die Führungskräfte sprechen an. Wer jetzt auch auf Candidate Personas setzen möchte (die helfen auch im Recruiting an sich oder für Employer Branding Maßnahmen nicht nur für Active Sourcing) hat in meinem Workshop am 26. Juni die Möglichkeit, die Methode auszuprobieren.

Die Recherche und Identifikation von Profilen ist nicht (mehr) die große Herausforderung.

Die Information ist da, wir können sie mit Hilfe von unterschiedlichen Tools relativ leicht finden. Schwieriger gestaltet sich das Beziehungsmanagement also das Managen der Talentpipe und die kontinuierliche Kommunikation mit potentiellen Mitarbeiterinnen.

Zusätzlich zu den Key Learnings habe ich jede Menge Ideen für künftige Blogbeiträge, Input für mein geplantes Whitepaper zu Active Sourcing und natürlich einige Sourcing Tricks für meine Kundinnen und Kunden mitgebracht! Nächstes Jahr plane ich mit einem „Austria Team“ am Hackathon teilzunehmen – wer kommt mit?

Herzliche Grüße
Claudia

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Future of work 2018 Nachbericht

Future of work, ist ein HR-Kongress, der seit 2012 jedes Jahr im Frühjahr stattfindet. Ich selbst habe es leider noch nie geschafft, dabei zu sein, aber seit 2016 berichtet Barbara immer vom Event und stellt ihre Infos als Gastbeitrag für meinen Blog zur Verfügung. Die Themen der Vorträge und Workshops waren heuer sehr unterschiedlich, von agil bis zukunftsorientierte Arbeitswelt alles dabei 😉

Vom 14.-15.03.2018 versammelten sich wieder zahlreiche Personalisten in Stegersbach zum jährlichen Future of Work. Elmar Rodler und Franz Kühmayer bezeichnen es als Klassentreffen der HR-Branche und wenn man bereits zum dritten Mal teilgenommen hat, kann man dies nur bestätigen.

Nach den Eröffnungsworten der beiden Herren war es klar, Wandel, Transformation, digital leadership, agility sind die buzzwords der heurigen Veranstaltung.

Beim Future Talk haben die Vertreterinnen und Vertreter der Firmen Metro und Prinzhorn Holding mit Josef Buttinger die zukünftigen Rollen des HR diskutiert. HR ist meist für alles verantwortlich. Abgrenzung ist wichtig, Klarheit ist gefordert. Viele IT-behaftete Schlagwörter dominieren das Handeln. Wir wissen, dass wir damit es anfangen müssen aber noch nicht was genau. HR muss sich über die Rolle im Klaren sein und nicht immer den Change Manager spielen. HR ist für die Rahmenbedingungen zuständig. Auf die Teamzusammensetzung und Diversität achten und Führungskräfte diesbezüglich coachen.HR ist nicht mehr das einfache Lohnbüro sondern wichtig in der Gesamtsteuerung des Unternehmens.

Heuer wurde auch erstmals der Bereich Compensation und benefits im Workshop behandelt. In einer sehr großen und interessierten Runde hat Frau Mag. Zöchbauer von A1 Telekom das Gehaltsmanagement der Zukunft mit den Teilnehmer/innen diskutiert.

Von der klassischen Karriere hin zur individuellen Entwicklung, weg von den Funktionen hin zu Rollen, von der klassischen Führungsstruktur hin zu agiler Organisationsstruktur, weg von Information ist Macht zur mehr Transparenz – das sind nur einige Beispiele zu den aktuellen Entwicklungen, die in den einzelnen Workshops immer wieder angesprochen wurden.

Einen weiteren interessanten Workshop gab es von Ströck zum Thema Pop Up Recruiting – HR goes Outdoor von Mag. Eva Planötscher-Stroh. Die eine kreative Lösung auf folgende Herausforderungen gefunden haben: viel Personal in kurzer Zeit finden, hohe Fluktuation, Jobhopper-Jobs besetzen, geringes Qualifikationsniveau usw. Sie haben binnen kurzer Zeit den Recruitingprozess verändert und ein Karrierezentrum in der Wiener Innenstadt eröffnet. Dreimal die Woche kann man sich dort ohne Terminvereinbarung bewerben. Kein Online-Tool, keine Vorselektion mehr, Barriere abbauen. Ca. 50-60% der Bewerber, die sich im Karrierezentrum vorstellen, werden meist innerhalb 1 Woche aufgenommen. Im Sommer wurde auf den Bahnhöfen Wiens oder im Freibad recruitiert, um das Sommerloch zu überbrücken.

Anmerkung: ich habe Eva und ihr Team damals am Hauptbahnhof besucht und so sieht Pop up Recruiting aus:

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Agile Teams – more than a buzzword lautete der Titel des Workshop der WU Executive Academy. In einem erfolgreichen Transformationsprozess haben sie es zu einem agilen Team geschafft, welches sich die zu bewältigenden Aufgaben je nach Stärkenorientierung zuteilt. Sie haben auch einige interessante und hilfreiche Tools vorgestellt, die man einfach in die eigene Praxis übernehmen kann auch wenn man nicht die ganzen Prozesse überarbeiten kann/möchte.

Einen motivierenden Abschluss bzw. einen Höhepunkt des ersten Tages lieferte Regisseurin und Speakerin Sigrid Tschiedl mit dem Beitrag „Mehr Wert steuern“. In einem motivierenden, mitreißenden und kurzweiligen Impuls weckte sie nochmals die Teilnehmer/innen zum Thema Verkörperung von Rollen, Körpersprache, Werte und Emotionen. Und zum Abschluss durfte jede/r seinem/r Nachbarn/in ein ehrlich gemeintes Kompliment machen und man bekam auch ein Kompliment zurück – ja, man darf es zulassen und sich freuen. Was gibt es schöneres als ein Geschenk mit Worten?

Am zweiten Tag ging es mit einem Vortrag zu Recruiting 4.0 von Mag. Jutta Perfahl-Strilka, Director Sales New Business, weiter. Auch das Recruiting muss auf die Trends der Arbeitswelt einstellen. Laut einer Studie wollen 45% der Bewerber aktiv angesprochen werden. Bestehende Prozesse und Tools müssen überdacht werden, das Beziehungsmanagement muss verstärkt werden. New Work braucht New Recruiting.

Die Herausforderungen eines Umzugs wurden von den Vertretern der Stadt Wien präsentiert. Weg vom Rathaus, hin zum Haus des Personals. Angst vor Macht- und Prestigeverlust. Die Bereichsdirektorin als Vorbild, die auch vom Einzelzimmer in ein Zweierbüro siedelt. Gute Überlegungen, kreative Ideen und viel Kommunikation haben zum Erfolg beigetragen.

Die Gründer des HR Tech Hub Vienna warfen einen Blick in die Glaskugel und diskutieren mit Franz Kühmayer über die Zukunft des Recruiting.

Nach weiteren zwei Workshops gab es ein Medizinkabarett von Dr. Ronny Tekal – Allgemeinmediziner und Medizinkabarettist. Er gab eine Anleitung zur Nutzung der inneren Apotheke, wie man sie benutzt und sich mit den eigenen Mitteln selbst heilen kann bzw. kleinere Alltagsbeschwerden leicht erledigt hat.
Den Abschluss bildeten wieder die Zusammenfassungen und der Ausblick von Elmar Rodler und Franz Kühmayer.

Die Organisation sowie die Location waren wie immer top, aufgeschlossene Persönlichkeit zum Netzwerken und auch der Spaß kam nicht zu kurz. Nächstes Jahr bestimmt wieder!

Danke Barbara, dass du auch 2018 wieder für uns zusammengefasst hast. Wer einen noch umfassenderen Überblick haben möchte kann hier beim HRweb nachlesen , vielleicht schaffe ich 2019 selbst einen Beitrag zu schreiben ;-).

Herzliche Grüße
Claudia

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HR Events 2018

Die Anzahl an Events für Human Resources steigt von Jahr zu Jahr. Um die Planung ein wenig zu erleichtern, kommt hier ein Überblick für das 1. Halbjahr 2018 in und um Österreich (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

Jänner
Wer spontan ist und am 15.01. noch nichts vor hat, kann sich beim HR Circle über Irrtümer und Mythen in der Personalentwicklung informieren.
Am 23. 01. findet eine WebConference zu Recruiting & Employer Branding statt
Am 25. Jänner gibt es an der FH des bfi Wien eine Podiumsdiskussion „über den Tellerrand hinaus: HR an der Schnittstelle Psychologie und Management“
Ein Online Recruiting Event mit österreichischer Beteiligung findet am 30. 01. statt.

Februar
„The new normal“ ist das Motto bei der TEDx Linz am 10.02.
Am 15.02.2018 findet unser HR Brunch bereits zum fünften Mal statt. Zum dritten Mal in Wien freuen wir uns auf einen regen Austausch und Kipferl & Co im Cafe Landtmann. Diesmal geht es um „Möglichkeiten von Social Media Recruiting“ vs. „Machbarkeit hinsichtlich Datenschutz“.
Ebenfalls am 15.02. findet in Linz die HR Tagung vom Netzwerk Humanressourcen statt.

März
Am 06. März könnte man den Besuch der Elbphilharmonie in Hamburg mit der New Work Experience verbinden.
Am 14. und 15. März dreht sich in Stegersbach wieder alles um die Future of work.
Am 22. März findet erstmalig die TALENTpro in München statt.
Fast zeitgleich nämlich von 22.-23. März wäre dann ein Besuch in Berlin mit dem Besuch des HR BarCamp zu verknüpfen.

April
Bei der Langen Nacht der Unternehmen am 10. April 2018 können Sie Einblicke in andere Unternehmen bekommen.
Am 14. April findet ein TED Event in Wien statt.
Von 25. – 27. April könnte man einen Ausflug nach Prag einplanen und mit dem World Employer Branding Day verbinden.

Mai
Am 15. und 16. Mai findet wieder in der Wiener Anker Brotfabrik der Corporate Culture Jam statt.
Direkt im Anschluss am 17.05. geht es zur HR Failure Night in Wien.

Juni
Am 16. Juni gibt es einen TEDx Event in Klagenfurt.
Am 21. und 22. Juni findet der HR 360 European Summit in Wien statt.

Wir hoffen es waren einige Anregungen dabei und vielleicht sehen wir einander ja bei der einen oder anderen Gelegenheit. Gut möglich, dass noch weitere Events wie das HR Product Battle oder DisruptHR folgen – wir haben die Planung aber noch nicht abgeschlossen 😉

Herzliche Grüße
Claudia & Marlies