Was bringt Employee Experience?

Mrz 5, 2021 | Employer Branding, Recruitingpraxis

Wie antwortest du, wenn auf kununu eine Mitarbeiterin schreibt, dass ihre Beziehung in die Brüche gegangen ist und dein Unternehmen sei schuld daran? Wie ich jetzt auf so eine absurde Idee komme? Mein Gespräch mit Max Lammer auf Recruiting TV ist schuld daran. Den er ist davon überzeugt, dass das Thema Employee Experience mehr Aufmerksamkeit verdient und gestaltet werden soll.

Warum ich mich der Meinung über Employee Experience von Max anschließe ist ganz einfach: Weil es die absolut beste und wichtigste Recruitingmaßnahme ist, um eine gute Arbeitgeberin zu sein.

Versteh mich richtig, eine ordentliche und funktionstüchtige Karrierewebsite ersparst du dir dadurch nicht, „nur“ weil du künftig darauf achtest, wie deine Mitarbeiterinnen ihren Job – im wahrsten Sinne des Wortes – erleben.

Ich habe mir die neusten Umfragen und Studien zum Thema „was zeichnet gute Arbeitgeberinnen aus“ angesehen. Ich empfehle dir, ebenso die Kommentare zu den entsprechenden Online-Artikeln und Social Media Beiträgen zu lesen. Darüber hinaus achte auf die Rückmeldungen deiner Bewerberinnen – speziell derer, die dein Jobangebot nicht annehmen. Und schon weißt du selbst ganz genau, was zu tun ist.

Um dir Zeit zu sparen habe ich meine ganz persönlichen vier Top Tipps zusammen getragen:

 

Zahle faire Gehälter

„If you pay peanuts you get monkeys.” James Goldsmith

„Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, sondern ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne bezahle.“ Robert Bosch

 

Diese beiden Zitate bringen es schon auf den Punkt – da muss ich wirklich nichts mehr ergänzen

 

Perspektiven bieten

Wechsel von der Buchhaltung in die Kreativabteilung? Vom Bankschalter in das Social Media Team?

Wäre das in deinem Unternehmen denkbar? Gibt es schon Kolleginnen, für die ein Wechsel in eine andere Funktion, die vielleicht so gar nichts mit ihrer ursprünglichen Ausbildung zu tun hat, möglich war? Es muss nicht immer die klassische Führungsverantwortung sein, die als Perspektive dient. Wenn du auf Qualifikation UND Kompetenzen achtest, ist Recruiting aus deinem internen Talentepool ganz einfach möglich. (Ach ja, das sind reale Beispiele, die ich hier erwähnt habe.)

 

Flexibilität

Hand aufs Herz – findet sich in deinem Jobinserat auch der Punkt Flexibilität bei den Anforderungen? Abgesehen davon, dass ich in meinen Workshops immer wieder und wieder predige, dass dieser Begriff (genau wie viele andere) absolut nicht aussagekräftig ist, stelle ich hier stellvertretend für deine Bewerberinnen die Frage: wie flexibel bist du denn als Arbeitgeberin? Bietest du

  • Qualifizierte Jobs in Teilzeit?
  • Arbeitszeitmodelle, die gut mit Betreuungspflichten, Weiterbildung aber auch Hobbies vereinbar sind?
  • Möglichkeit zu bezahlten und unbezahlten Auszeiten?

Das sind nur drei Beispiele mit denen du dich als flexible Arbeitgeberin positionieren kannst.

 

Vertrauen

„Unsere Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital.“ Prangt der Satz auch fett auf deiner Karrierewebsite? Was tust du denn, um dieses Kapital zu vermehren?

Vertraust du deinen Mitarbeiterinnen? Vertrauen die Führungskräfte in deinem Unternehmen ihren Teammitgliedern? Das ist aus meiner Sicht die wichtigste Funktion der Unternehmensleitung, Vorbildwirkung für alle Führungskräfte und damit die wichtigste Basis, um als gute Arbeitgeberin wahrgenommen zu werden.

Warum das so wichtig ist und ich absolut überzeugt davon bin, dass dies die wichtigste Recruitingmaßnahme ist? Wenn du schon mit mir gearbeitet hast, weißt du, dass ich nicht auf ein Arbeitgeberin-Siegel oder ähnliches abziele. Je mehr Menschen sich in deinem Unternehmen wohlfühlen, fair bezahlt werden und die Möglichkeit haben, sich weiterzuentwickeln, desto

  • weniger werden es verlassen und du musst weniger neue Kolleginnen suchen (Tschüss Fluktuation)
  • mehr werden es empfehlen und du hast Verbündete im Recruiting (Hallo Mitarbeiterinnenempfehlungsprogramm)
  • mehr werden sich von selbst bei dir melden, weil sie gerne bei euch arbeiten möchten (Danke Initiativbewerbungen).

 

Huch, dann habe ich als Recruiting-Strategin ja gar nichts mehr zu tun. Muss mir jetzt gut überlegen, ob ich diesen Blogbeitrag wirklich veröffentliche 😉

 

Sei eine gute Arbeitgeberin und setzte auf die Employee Experience, damit Recruiting wieder einfach wird.

 

Herzliche Grüße

Claudia

P.S.: Wir sprechen auf Recruiting TV nicht nur darüber, dass ein schlechtes Arbeitsumfeld Beziehungen zerstören kann, sondern geben auch Tipps, was du konkret tun kannst und wie du mit dem Thema Employee Experience startest.

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