Recruiting aus der Krise

Feb 19, 2016 | Events

Gestern war es soweit, der erste Wiener HR Brunch hat im Cafe Landtmann stattgefunden. Mehr als 40 Personen haben nicht nur gebruncht, sondern konnten an einem spannenden Programm teilnehmen. Gestartet hat Brigitte Krenn, Austrian Research Institute for Aritifical Technology, mit einem Impulsvortrag zum Thema „Matchingalgorithmen im Recruiting“. Im Anschluss hatten unsere Gäste die Wahl zwischen 3 spannenden Diskussionsrunden. Ich darf mit der Nachberichterstattung beginnen:

claudia lorber recruiting HansGarstenauer

Hans Garstenauer, Personalleiter der immigon portfolioabbau ag, Lektor für Personalmanagement und CSR, Trainer & Coach und HR Experte war Tablehost für das Thema: „Recruiting aus der Krise„.
Er hat zu Beginn von der Situation berichtet, dass er vor der Herausforderung gestanden ist, trotz dem Abbau von Mitarbeiterinnen auf der Suche nach Expertinnen für den Bankensektor zu sein. Aus dem früheren „sicheren Job bei der Bank“ wurde in den letzten Jahren ein „ich möchte keinesfalls bei einer Bank arbeiten“. Was bedeutet dies nun fürs Recruiting? In den Medien wird von Aufnahmesperre und Abbau berichtet, trotzdem gibt es ein Business, das weitergehen muss.

Höchste Priorität hat hier das interne Recruiting. Jetzt zahlt es sich auch aus, wenn es gerade in Ihrem Unternehmen bisher Nachwuchsförderprogramme, Talentmanagement oder Jobrotation gegeben hat. Unternehmenskrisen bedeuten Stress und darauf reagieren manche mit Flucht – und verlassen das Unternehmen schon „sicherheitshalber“ bevor es vielleicht dazu kommt, dass man sich trennen muss. Andere verharren in einer Art Schockstarre und werden krank. Und wieder andere sind jetzt angespornt: sie „kämpfen“ und sagen „jetzt erst recht“! Nehmen Sie diese Gruppe unbedingt ins Boot und binden sie in Ihre Recruitingaktivitäten ein. Sie ziehen die richtigen Mitarbeiterinnen an.

Der wichtigste Rat von Hans Garstenauer: investieren Sie in guten Zeiten in Ihre Mitarbeiterinnen, speziell in Führungskräfte und bauen Sie eine starke Arbeitgebermarke auf! Üblicherweise folgen neue Mitarbeiterinnen dem Ruf eines Unternehmens „but they leave bosses“ wie es so schön heisst. Dieses Prinzip lässt sich in Krisenzeit nicht anwenden, Führungskräfte und Recruiterinnen sind hier wesentlich mehr gefordert. Es gilt, Menschen zu finden, die den Ehrgeiz und Willen haben, gerade dann in einem Unternehmen etwas beizutragen, wenn eben nicht die Sonne vom Himmel strahlt sondern gerade dann wenn Gewitterwolken aufziehen.

Stellen Sie sich auf eine Zeit der Widersprüche ein: die Suchprozesse dauern nicht nur länger als üblich, sie kosten auch mehr. Sie müssen deutlich attraktivere Gehälter zahlen und wohl auch die eine oder andere Position nur mit externer Unterstützung besetzen können. Und legen Sie sich sprichwörtlich ein dickes Fell zu – Sie werden einiges aushalten müssen.

Sie benötigen sehr viel Zeit, potentielle Kandidatinnen benötigen viel Aufmerksamkeit und Achtsamkeit sowohl von HR und auch von den recruitierenden Führungskräften. Wichtiger denn je ist es authentisch zu sein und schwierige Rahmenbedingungen keinesfalls schönzureden.

Jetzt ist es auch wirklich an der Zeit, alle Vorteile, die Sie Mitarbeiterinnen bieten in den Vordergrund zu stellen und ganz bewusst auch zu bewerben. Sowohl bei den (noch) vorhandenen als auch bei (hoffentlich) zukünftigen. Und auch wenn das selbstverständlich sein sollte: achten Sie auf die Kommunikation!

Und zuletzt: vergessen Sie nicht, dass die Kündigungskultur im Unternehmen ein wesentlicher Aspekt von Employer Branding ist. Der Umgang mit Krisen hat zudem auch immer Auswirkungen auf Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung.

Sehr schön fand ich den Ansatz, dass jede Krise auch Chancen birgt! Diese zu nutzen und strategisch vorzugehen, das ist die wohl die hohe Kunst im Recruiting.

Wir haben einhellig festgestellt, dass es zu diesem Thema noch weit mehr zu sagen gäbe und die Diskussion auch gut ein paar Stunden dauern hätte können – doch irgendwann geht auch der schönste Brunch zu Ende!
Eine weitere mögliche Strategie in Krisenzeiten könnte es sein, auf „Fans statt Talentepool“ zu setzen – einen Überblick dazu gibt es in den nächsten Tagen auf variantenreich.com.

Eine andere Art von „Recruiting aus der Krise“ sind Unternehmen, die enormes Wachstum verzeichnen und neu am Markt sind, die also noch gar keine Möglichkeit hatten, eine Arbeitgebermarke aufzubauen. „Recruiting von 0 auf 100 in 3 Sekunden“ nachzulesen demnächst auf blog.prescreenio.

Wir freuen uns auf den nächsten HR Brunch und ganz besonders auf Ihre Themenvorschläge – gerne per Mail an mich (auch wenn Sie sich zu Recruiting aus der Krise noch näher unterhalten möchten).

Herzliche Grüße
Claudia

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